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Rheinische Post: Offene Papst-Worte

Düsseldorf (ots) - Von Frank Herrmann Das Treffen kam überraschend. Fürs Innenleben der katholischen Kirche war es mindestens so wichtig, wie es die UN-Rede des Papstes für die Welt der Diplomatie war. Benedikt XVI. sprach mit Menschen, die als Kinder von pädophilen Priestern missbraucht worden sind, hörte sich ihre Leidensgeschichten an, Geschichten, die teils Jahrzehnte zurückliegen, aber nie verarbeitet wurden. Damit gab der Papst deutlicher als mit allen Worten ein Signal zur Wende. Offenheit soll an die Stelle des Verdrängens, Verniedlichens und Zudeckelns treten. Doch die Opfer verlangen mehr, nämlich konkrete Taten. Nach ihrem Willen sollen die Bischöfe, die jahrelang Missetaten unter den Teppich kehrten, endlich zur Verantwortung gezogen werden. Pädophile Priester, von denen viele noch immer anonym sind, sollen beim Namen genannt werden, auf dass weiteres Unheil vermieden werde. Die Geheimniskrämerei unter dem Mantel der Frömmigkeit, sie soll ein für alle Mal aufhören. Der Schmerz sitzt zu tief, als dass der Vatikan nach den offenen Worten des Papstes wieder zur Tagesordnung übergehen könnte. Die Wunden heilen nur langsam. Die Aufarbeitung hat gerade erst begonnen, abgehakt ist das Kapitel noch lange nicht. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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