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Rheinische Post: Renten-Einsicht

    Düsseldorf (ots) - Von Reinhold Michels

    Die "Rente mit 67" hat einen Doppelcharakter: Zum einen ist die 2012 einsetzende schrittweise Anhebung des Renten-Eintrittsalters das bislang wichtigste Reform-Projekt der großen Koalition. Zum anderen zählt es zu deren unpopulärsten Taten. 80 Prozent der Befragten lehnen "Rente mit 67" ab. Der erste Bundeskanzler, Konrad Adenauer, hat einmal gesagt, das Wichtigste in der Politik sei der Mut. So kann man Franz Müntefering, dem Vater der so notwendigen wie unbeliebten Reform, und der CDU/CSU/SPD-Regierung bescheinigen, Richtiges gegen erhebliche Widerstände, also mutig auf den Weg gebracht zu haben. Für die Akzeptanz der Reform ist jetzt zweierlei nötig: das große Projekt nicht aufzuweichen, aber auch nichts draufzusatteln. Geschieht Letzteres, weil ein Kabinettsmitglied (auffallend oft ist Innenminister Schäuble der Schnelle Brüter) keine Ruhe gibt, dann fördert die Politik Unsicherheit statt Einsicht. Die Menschen müssen nicht nur das Gefühl haben, dass es gerecht zugeht. Sie brauchen auch Stabilität und wenigstens die Ahnung, dass eine unbequeme Reform letztlich nutzt. Insofern sind auch und gerade beim Thema Rente vernünftige kleine Schritte besser als Ideen-Knallfrösche.

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