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Weser-Kurier: Über Belgiens neue Sicherheitspläne schreibt Mirjam Moll:

Bremen (ots) - Nach den Anschlägen in Brüssel vom vergangenen Jahr ist es nur verständlich, dass die belgische Regierung nach Wegen sucht, auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln den Schutz für die Bevölkerung zu erhöhen. Doch genau in diesem Punkt greift der Plan von Innenminister Jan Jambon zu kurz: Er sieht Passagierlisten für Schnellzüge vor - nicht aber für Regionalbahnen. Einer der Brüsseler Attentäter schlug in der Metro zu. Öffentliche Verkehrsmittel bleiben nach wie vor ein weiches Ziel und sind kaum zu schützen.  Die bisherigen Anschläge zeigen darüber hinaus: Über die meisten Täter waren die Geheimdienste bereits im Vorfeld im Bilde, schätzten sie als potenzielle Gefährder ein. Was fehlte, war der Austausch dieses Wissens mit anderen EU-Mitgliedsstaaten. Vorhandene Datenbanken werden nicht genügend genutzt - zuletzt musste Berlin die Folgen dieser Nachlässigkeit erfahren. Solange die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten nicht funktioniert, bringt es wenig, auf neue Datensammlungen zu pochen. Die Gefahr, dass im Dickicht immer neuer Informationsflüsse die Nadel im Heuhaufen übersehen wird, ist mit ihnen vielleicht sogar größer.

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