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Weser-Kurier: Über die Bremer Schwankhalle schreibt Iris Hetscher im "Weser-Kurier" vom 19. August 2016:

Bremen (ots) - Theater-Gau

Es gibt verantwortungsbewusste Kulturmenschen, denen bei dieser Bilanz der Atem stockt. In die Schwankhalle kommen erheblich weniger Zuschauer als erhofft, von denen verstehen viele die Inszenierungen nicht. Das ist der Gau. Aufführungen, die so verkopft sind, dass Zuschauer ratlos zurückbleiben, sind gescheitert - Konzepte, deren Kern das ist, auch. Nicht das Publikum ist zu dumm, sondern der Theatermacher, weil er nicht über seinen Horizont hinausdenkt. Dies aber ist seit den Anfängen des Theaters der Sinn: Andere mitnehmen in neue (Vorstellungs)welten - egal, ob Mainstream oder experimentell. Umso befremdlicher, dass man in der Schwankhalle lieber den ironischen Brecht-Satz ernst nimmt, nachdem es einfacher ist, wenn die Regierung das Volk auflöst und sich ein anderes wählt, anstatt sich an die eigene Nase zu fassen.

Dabei gibt es durchaus Lösungsansätze: Produktionen regionaler Künstler funktionieren, warum ihnen nicht mehr Raum bieten? Davon will die künstlerische Leitung nichts wissen, sie setzt lieber die Preise auf Latte-Macchiato-Niveau herab. Das geht, weil die Stadt 755.000 Euro pro Jahr zuschießt. Und ist deswegen verantwortungslos.

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