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Weser-Kurier: Kommentar von Hendrik Werner über Pestizid in der Gerste

Bremen (ots) - Nur vier Monate ist es her, dass die Weltgesundheitsorganisation Verbrauchern mit Alarm-Aplomb auftischte, dass regelmäßiger Verzehr von verarbeitetem Fleisch das Darmkrebsrisiko steigert. Nicht neu, diese Erkenntnis, aber bedenkenswert. Jetzt wird erneut eine vorgeblich gefährliche Sau durch das Weltdorf gejagt. Nun ist es eine deutsche Biere betreffende Studie, die Verbrauchern nahelegt, maßvoll zu sein: In einer - umstrittenen - Untersuchung sind Spuren des Pestizids Glyphosat festgestellt worden. Wenn selbst die als Köchin bekannte Bio-Aktivistin Sarah Wiener umfänglichen Schutz vor Pestiziden in der Nahrung für unmöglich hält, gibt das zu denken. Denn es bedeutet, dass nur eine strikt ökologische Landwirtschaft Gefährdungen durch Glyphosat ausschließen kann. Eine solche Agrikultur aber ist unter globalisierten Produktionsbedingungen nur ein anderes Wort für Wolkenkuckucksheim. Zynisch mutet dennoch die Einlassung des Bundesernährungsministers an. Der Mann, ein Mittelfranke, entblödet sich nicht, die auch und gerade jenseits des Bierkonsums gegebene Bedrohung durch Pestizide durch markige Sprüche kleinzureden: Man müsse schon 1000 Maß Bier trinken, um eine gesundheitlich bedenkliche Menge Glyphosat abzubekommen. Derlei sei ihm nicht mal in Bayern untergekommen, scherzte der Politiker fade. Er hätte auch sagen können: Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Schokolade Schnaps enthält. Mit dem Bashing einer Studie aber ist das factum brutum nicht aus der Welt: So lange im Ackerbau Chemikalien eingesetzt werden, produziert Deutschland ungesund.

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