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Weser-Kurier: Kommentar von Peter Voith über das Böllern an Silvester

Bremen (ots) - Raketen steigen auf, Bomben explodieren - in den Kriegsgebieten dieser Welt ist das blutiger Ernst. Weshalb sich Hunderttausende Menschen auf die Flucht begeben. Teilweise schwer traumatisiert stehen sie dann auch vor den Türen in unseren Städten und Gemeinden. Ist es da nicht mal an der Zeit innezuhalten und auf die Böllerei zu Silvester ganz zu verzichten? Wohlfahrtsverbände wie die Johanniter-Unfallhilfe rufen zu Recht dazu auf, in den Nähe von Flüchtlingsunterkünften Rücksicht auf die vielen Menschen zu nehmen, die einschlagende Bomben im Krieg erlebt haben. Aber gleich ganz auf die Knallerei verzichten? Müssen wir nicht. Allenthalben: Wir können. Es ist die alleinige Entscheidung jedes Einzelnen, ob er der Jahrhunderte alten Tradition folgend Silvester die angeblich bösen Geister mit lautem Tamtam vertreiben will. Und wer ehrlich ist: Auch die meisten Knall-Phobiker erfreuen sich am spektakulären Feuerwerk. Was ja nicht verboten ist. Selbstverständlich spricht nichts dagegen, sich den Kampagnen wie "Brot statt Böller" des evangelischen Hilfswerks "Brot für die Welt" oder "Bäume statt Böller" des Tourismusverbandes in Mecklenburg-Vorpommern anzuschließen. Nur: Bitte die Böller-Debatte nicht zur Gut-und Böse-Frage hochstilisieren. Toleranz ist angesagt. Wobei man auch beim Bombenspaß an Silvester erwarten darf, dass zivilisierte Menschen einen Begriff nicht vergessen: Rücksicht. Rücksicht nicht nur auf Flüchtlinge. Auch viele alte Menschen haben den Schall und Rauch des letzten Krieges nicht vergessen können.

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