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Weser-Kurier: Kommentar von Justus Randt über Krähen-Vergrämung

Bremen (ots) - Vogelschutz? Für die Anwohner des Achimer Wohngebietes Am Oerel hieß das bislang Ohren zu und Augen offen halten, ehe man sich im Garten auf einen Stuhl setzen wollte. Die von Jahr zu Jahr größer werdende Saatkrähenkolonie in unmittelbarer Nachbarschaft empfanden viele als Plage: Gegen die streng geschützten Singvögel und ihre Begleiterscheinungen Krach und Kot gab es keine legale Handhabe. Vogelschutz hieß also, sich ärgern und Zähne zusammenbeißen. Mit der Erlaubnis, die Krähen - zu bestimmten Zeiten - mit Klatschen zu vergrämen, hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg den Anwohnern einen großen Gefallen getan. Aber nicht nur den Menschen, auch den Vögeln kommt das Urteil zugute. Auf die Dauer ist es schwierig, um Respekt für die geschützte Saatkrähe zu werben, wenn die elementaren Belange ihrer menschlichen Nachbarn so gar keine Rolle spielen dürfen. Die können den schwarzen Vögeln nun signalisieren: Besetzt, in diesem Quartier wohnen wir. Es ist wie in jedem Nachbarschaftskonflikt: Ohne Kompromiss lässt sich kaum eine praktikable, alltagstaugliche Lösung finden.

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