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Weser-Kurier: Leitartikel von Norbert Holst über die Nationale Maritime Konferenz

Bremen (ots) - Es ist immer so eine Crux mit Agenden, Strategie- und Eckpunktepapieren. Sie schrauben die Erwartungen in Höhen, die nur schwer zu befriedigen sind. So ist es auch mit den "Eckpunkten einer Maritimen Agenda 2025", die Uwe Beckmeyer, der maritime Koordinator der Bundesregierung, auf der 9. Nationalen Maritimen Konferenz in Bremerhaven vorgelegt hat. Herausgekommen ist ein 14-seitiges Papier, das die Baustellen der Branche fein herausarbeitet. Es sind auch einige geplante Neuregelungen genannt. So sollen die Reeder entlastet werden, um den ungebremsten Trend zur Ausflaggung zu stoppen. Auch der Fördertopf für innovativen Schiffbau soll vergrößert werden. Und natürlich fehlt auch nicht die Notwendigkeit, die Hinterlandanbindung der Häfen zu stärken. Das Problem: Bei weitem nicht alle im Papier angedachten Maßnahmen und Innovationen werden sich finanzieren lassen. Schifffahrt und Schiffbau sind ohnehin schon hoch subventionierte Branchen. Da ist der Kuchen, der noch nicht verteilt ist, naturgemäß vergleichsweise klein. Der Umbau von Schiffen auf den umweltfreundlichen Antrieb mit verflüssigtem Erdgas ist ebenso ein teures Unterfangen wie die Förderung des Tiefseebergbaus. Deshalb ist dieses Strategiepapier vor allem ein Katalog, der mit Leben gefüllt werden muss - von Politik, Gewerkschaften, Verbänden und Unternehmen. Die Kanzlerin appellierte in Bremerhaven an ein "gewisses Verständnis für einen gemeinsamen Weg". Es ist der Appell, dass die gesamte Branche im knallharten internationalen Geschäft enger zusammenrücken muss - und dass sich manche Teilbereiche auch mal zurücknehmen. Beispiel Ausflaggung: Trotz Subventionen konnten die Reeder ihr Versprechen, den Trend zu bremsen, nicht einhalten. Andererseits verblüfft auch manche Bremse von Seiten der Politik. Bessere Hinterlandanbindungen könnte und müsste es längst geben. Auch die Forschungsförderung ist im Vergleich etwa zu den milliardenschweren Geldspritzen für die Luft- und Raumfahrtindustrie sehr überschaubar. Aber es bleibt ja eine Hoffnung: Das nächste Strategiepapier kommt bestimmt.

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