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Weser-Kurier: Kommentar von Felix Frank über die Breivik-Ausstellung

Bremen (ots) - So grausam Breiviks Taten auch waren: Sie gehören zur Geschichte des Landes Norwegen. Deshalb ist es vertretbar, die Anschläge in einem Museum abzubilden. Allerdings mit einem gewissen Abstand. Der Streit um die Ausstellung zeigt ganz deutlich: Die Norweger haben die schrecklichen Geschehnisse noch nicht verarbeitet. Vier Jahre ist es her, dass Breivik in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen tötete. Erst vier Jahre. Die Wunden sind längst nicht verheilt - eine Ausstellung zu den Attentaten kommt zu früh. Wem nützt diese Ausstellung zum jetzigen Zeitpunkt? Die Reste des gesprengten Autos, ein falscher Pass, eine Polizeimarke: Hilft der Anblick von Gegenständen, die Breivik für den Massenmord genutzt hat, den Überlebenden oder den Familien der Opfer bei der Verarbeitung der Terroranschläge? Kaum. Die Exponate erklären auch nichts. Die Verantwortlichen sollten sensibler mit ihrer Bevölkerung umgehen. Das betrifft auch die Wahl des Ortes. Die Ausstellung gehört nicht in ein Museum mitten im Regierungsviertel Oslo. Besser aufgehoben wäre sie im Kriminalmuseum in Trondheim - aber erst in einigen Jahren.

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