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Weser-Kurier: Über den US-Wahlkampf schreibt Thomas Spang:

Bremen (ots) - Es mag ein Zufall sein oder Absicht der Wahlkampfteams. Ein Symbol ist die zeitliche Nähe der ersten großen Rede Hillary Clintons in New York und dem Wahlkampfauftakt Jeb Bushs in Miami allemal. Hebt es doch die realistische Möglichkeit eines Aufeinandertreffens der beiden einflussreichsten Polit-Dynastien der USA bei den Präsidentschaftswahlen 2016 ins Bewusstsein. Für viele Amerikaner ist diese Perspektive eine beklemmende Vorstellung. Dass in einem Land mit 319 Millionen Einwohnern das Rennen um die Macht auf den Wettstreit zweier Familien hinausläuft, steht im ironischen Gegensatz zur Gründungsgeschichte der Nation. Während in Europa politische Erbhöfe heute weitgehend der Vergangenheit angehören, kehren sie in den den USA wegen der zunehmend plutokratischen Strukturen wieder zurück. Obwohl mehr als zwei von drei Amerikanern in Umfragen ihre Abneigung gegen ein Rennen der beiden Familien-Dynastien zu Protokoll geben, spricht einiges für ein Aufeinandertreffen. Ein Widerspruch, der sich mit dem Öffnen der Geldschleusen im Wahlkampf durch das Verfassungsgericht erklären lässt. Erst recht in einem Präsidentschafts-Wahlkampf der dieses Mal rund zwei Milliarden US-Dollar kosten dürfte. Die spannende Frage bleibt, ob es in der besten Demokratie der Welt, die sich mit Geld kaufen lässt, noch einen Raum für Herausforderer gibt. Andernfalls läuft 2016 in den USA alles auf einen "Clash der Clans" hinaus.

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