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Weser-Kurier: Kommentar von Andreas Lesch über Blatters Wiederwahl

Bremen (ots) - Die Wiederwahl des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter ist ein Skandal, aber eine Überraschung ist sie nicht. Denn der Fußball-Weltverband ist nun mal ein Parallel-Universum, das mit den Maßstäben einer Demokratie nicht zu messen ist - bei dieser Wahl hat sich das deutlicher gezeigt als je zuvor. All die Polizei-Einsätze, Festnahmen und Beschlagnahmungen im FIFA-Hauptquartier haben den ewigen Oberfunktionär nicht aus dem Amt drängen können. Von innen ist der Weltverband also unreformierbar. Doch Blatter und seine FIFA können nur deshalb bleiben, wie sie sind, weil alle ihr Spiel mitspielen: Sponsoren, nationale Verbände, Nationaltrainer, Spieler. Zwar werden die FIFA-Bosse jetzt von vielen Seiten kritisiert, zwar ist Blatter-Bashing mittlerweile Volkssport in Deutschland. Aber wer den Fußball mag und nicht will, dass er noch lange von zwielichtigen Figuren regiert wird, der darf nicht mehr nur reden. Der muss handeln. Es wäre wunderbar, wenn Joachim Löw und sein deutsches Team zusammen mit anderen Europäern die nächste WM boykottierten - um ein Zeichen zu setzen. Ärgerlich ist, dass DFB-Präsident Wolfgang Niersbach einen Boykott schon ausgeschlossen hat. Also bleiben nur die Fans. Sie können sich von der nächsten WM abwenden. Sie können ihre Macht als mündige Verbraucher zeigen - auch wenn es wehtut.

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