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Weser-Kurier: Kommentar von Jürgen Hinrichs zur Gewoba-Bilanz

Bremen (ots) - Die Gewoba ist ein erfolgreiches Unternehmen. Schwarze Zahlen, hohe Eigenkapitalquote, und für die Eigentümer, zu denen mit einem Mehrheitsanteil auch die Stadt Bremen gehört, sind jedes Jahr ein paar Millionen Euro übrig, die als Dividende ausgezahlt werden. Die fast 42.000 Wohnungen, die in Bremen, Bremerhaven und Oldenburg bewirtschaftet werden, sind so gut wie alle vermietet. Zu einem Preis, der im Durchschnitt unter dem Satz im sozialen Wohnungsbau liegt. Gewoba, heißt das, kann man sich leisten. Es gab Zeiten, da hatte die CDU in Bremen einen Verkauf der städtischen Anteile des Unternehmens gefordert. Getreu dem Motto, dass Wirtschaft etwas für Private ist und der Staat sich gefälligst raushalten soll. Nebenbei schielte man auf den Erlös so eines Verkaufs. Das Tafelsilber vergolden - aber daraus wurde nichts. Ein Glück, denn erstens wirft die Gewoba Gewinne ab. Und zweitens, wichtiger, ist sie ein Instrument, um Einfluss auf den Wohnungsmarkt zu nehmen. Ihn allein den Privaten zu überlassen, kann zu Auswüchsen führen, wie man in Tenever oder in Vegesack sieht, wo Spekulanten ihr Spiel treiben. Einmal hätte die Gewoba im vergangenen Jahr dazwischen funken können, das hat sie verschlafen - der einzige Minuspunkt in einer sonst tadellosen Bilanz.

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