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Weser-Kurier: Zu den Flughafen-Warnstreiks schreibt Markus Lorenz:

Bremen (ots) - Man gewöhnt sich an alles. Eben auch an Streiks am Flughafen. So ließe sich die Routine erklären, mit der alle Beteiligten den gestrigen Ausstand des Abfertigungspersonals am Hamburger Airport über sich ergehen ließen. Allerdings: Das Ausbleiben blank liegender Nerven und hysterischer Schimpfereien ändert nichts an dem Umstand, dass es wieder einmal überwiegend die völlig Falschen traf: Urlauber und Geschäftsreisende. Vielleicht aber blieb manch einer auch deshalb so ruhig in der Warteschlange, weil er das Anliegen der Streikenden nachvollziehen kann. Und das zu Recht. Denn anders als bei den üppig besoldeten Flugkapitänen sind die privaten Sicherheitsleute nicht auf Rosen gebettet. Ein Euro mehr pro Stunde macht für sie einen großen Unterschied. Denn von 14 Euro Stundenlohn kann in der Großstadt Hamburg ein Alleinstehender kaum angemessen leben. Die monatlich rund 1500 Euro netto auf dem Gehaltskonto sind im Übrigen auch zu wenig für eine verantwortungsvolle Tätigkeit wie die Sicherheitschecks am Airport es sind. Und noch eines führen die Zahlen im aktuellen Hamburger Tarifstreit vor Augen: Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro ist weit davon entfernt, Armut verhindern zu können.

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