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Weser-Kurier: Kommentar von Peter Bauer zum Terror in Paris

Bremen (ots) - Es ist nicht vorbei. In Frankreich nicht. Und anderswo auch nicht. Der Terror, der sich auf den Propheten beruft, macht eine Atempause. Bei uns. Im fernen und vergessenen Afrika nicht. In Paris fielen fast 20 Menschen islamistischer Ideologie zum Opfer, in Nigeria mehr als 2000. Tendenz steigend. Die Grande Nation hat kurzen Prozess gemacht mit den Attentätern, die Mitte der Woche ein Dutzend Menschen in den Redaktionsstuben einer Satire-Zeitschrift und davor ermordeten. Mitleidslos. Ein Stich ins Herz von uns allen, ein brutaler Angriff auf die Pressefreiheit, einer auf die Säulen unserer demokratischen Gesellschaften. Offene Gesellschaften, freiheitlich, der Barberei entrückt. Sie stehen stets in der Gefahr, von rücksichtslosen Einzelnen missbraucht zu werden, die zu allem entschlossen sind. Aber sollten wir sie deshalb schließen, abschotten? Dann würden die Terroristen von Paris in ihrem Tode triumphieren. Und der Tod der Unschuldigen, die sie mitgerissen haben, wäre völlig sinnlos gewesen. Nein, wir sind stärker als die Terroristen. Sie werden in anderer Gestalt wiederkommen, darüber müssen wir uns im Klaren sein, gewiss. Und sie werden wieder Schlupflöcher finden in unserem freiheitlichen Gemeinwesen. Aber sie können solange nicht gewinnen, solange wir uns von unserem Weg nicht abbringen lassen. Dass eine Demokratie dabei sehr wehrhaft sein kann, hat Frankreich gestern unter Beweis gestellt. Dafür müssen wir Opfer bringen. Das ist traurig. Aber gibt es dazu eine Alternative? Die Unfreiheit wäre ungleich tödlicher, und das Leid, das sie begleitet, schier unermesslich. Bekennen wir uns also zu unseren Werte, ohne die wir nicht das sein können, was uns ausmacht: Demokraten.

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