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Weser-Kurier: Über Sicherheitsdienste in Flüchtlingsheimen schreibt Alexander Pitz:

Bremen (ots) - So etwas kommt wahrlich nicht alle Tage vor: Der Arbeitgeberverband BDSW fordert vom Gesetzgeber eine "Rundumregulierung" für die eigene Branche, das Sicherheitsgewerbe. Anlass: Die Übergriffe privater Wachleute in nordrhein-westfälischen Flüchtlingsheimen, die vor einigen Wochen Entsetzen in der Öffentlichkeit ausgelöst haben. Diese Vorkommnisse nimmt der Verband als Aufhänger, um vom Staat schärfere Kontrollen für sämtliche Sicherheitskräfte zu verlangen. Nur dadurch, so die Argumentation, sei es möglich "schwarze Schafe" auszugrenzen. Tatsächlich geht es dabei jedoch nur scheinbar um das ehrenwerte Ziel, für mehr Sicherheit in Flüchtlingsheimen zu sorgen. Der BDSW will seinen 850 Mitgliedsunternehmen schlicht einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Viele der rund 3000 übrigen Sicherheitsfirmen wären mit zusätzlichen bürokratischen Hemmnissen überfordert. Wenn der BDSW nun den Eindruck erweckt, es wimmele unter privaten Wachleuten geradezu von tumben Schlägern und verkappten Nazis, diskreditiert der Verband damit nicht nur die Mitarbeiter der eigenen Branche, sondern letzten Endes auch sich selbst. Ein klassisches Eigentor.

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