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Weser-Kurier: Zur Vergabe der Michelin-Sterne schreibt Heinz Holtgrefe:

Bremen (ots) - In Friedland, Cuxhaven, Großburgwedel, Aerzen, Bad Bentheim und auf Norderney knallten gestern die Champagner-Korken. Restaurant-Besitzer, Küchenmanschaften und Service-Brigaden lagen sich freudestrahlend in den Armen. Grund für den Jubel: Neue oder behauptete Sterne vom Michelin Restaurant Guide. Und Bremen? Pustekuchen! Die Zeiten sind lang vorbei, zu denen sich Grashoff, die Villa Verde im Weserstadion, die L'Orchidée im Ratskeller oder das La Terrasse im Park Hotel derart schmücken konnten. Weshalb gibt es in der Hansestadt keine wirkliche Spitzenküche mehr? Erstens: Weil solche Betriebe selbst bei dem in der Sterneküche notwendigen Preisniveau permanent rote Zahlen schreiben, wenn sie nicht von einem Hotel oder Sponsor subventioniert werden. Zweitens: Weil die Bremerinnen und Bremer nicht oft genug bereit waren, in der Topgastronomie essen zu gehen. Doch sage niemand, es sei nicht genügend Geld da, die Häuser der zweiten und dritten Liga sind häufig sehr gut besucht. Sterneküche ist teuer, höre ich oft als Begründung für die Abstinenz. Das Gegenteil ist richtig: Diese Art des Speisens ist im Wortsinne preiswert, eben ihren Preis wert. Notfalls muss sich der Kunde entscheiden, ob ihm Breitreifen fürs Auto, ein neues iPad oder unvergessliche Abende im Spitzenrestaurant wichtiger sind.

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