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Weser-Kurier: Kommentar von Hans-Ulrich Brandt zum Nahles-Vorstoß für Langzeitarbeitslose

Bremen (ots) - Ist Andrea Nahles' Konzept zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit wirklich nur ein "Tropfen auf den heißen Stein", wie Sozialverbände und Opposition bekritteln? Geschieht ihr Vorstoß vielleicht nur aus reinem Kalkül, um der Großen Koalition neben der Rente mit 63 und dem Mindestlohn einen noch sozialdemokratischeren Anstrich zu geben? Oder packt hier eine Arbeitsministerin endlich ein ganz zentrales sozialpolitisches Thema an, das über viele Jahre vernachlässigt wurde? Der Streit über den richtigen Weg, den etwa eine Million Langzeitarbeitslosen mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu geben, ist mit Nahles Ankündigung voll entbrannt. Eine Auseinandersetzung, die dringend notwendig ist, denn auch wenn die Zahl der Arbeitslosen gerade auf ein Drei-Jahres-Tief gefallen ist, so hilft das jenen nicht, die nur schlecht oder gar nicht ausgebildet sind. Sich also um ihre Nachqualifizierung zu kümmern, sie zu fördern und zu begleiten auf ihrem Weg hin zu einem festen Job ist, ein gebotenes Ziel. Dass dies Geld kostet, ist klar. Dass es kein Patentrezept gibt, ebenfalls. Wenn Nahles nun für die nächsten vier Jahr 885 Millionen Euro verspricht und etwa 40.000 Langzeitarbeitslose fördern will, ist das ein Anfang. Das es nicht mehr ist, mag man beklagen, aber die Zeit der Wünsch-Dir-Was-Reformen ist in der Großen Koalition schon vorbei.

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