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Weser-Kurier: Zur anonymen Meldestelle für Verbraucherschutz schreibt Silke Looden:

Bremen (ots) - Ob Gammelfleisch oder Tierquälerei, Skandale wurden in der Vergangenheit häufig durch Insider aufgedeckt. Die allerdings mussten nicht selten um ihren Job im Schlachthof oder im Maststall fürchten. Entsprechend wenige trauten sich, Missstände in der Lebensmittel- und Agrarindustrie anzuprangern. Endlich hat das Land Niedersachsen eine anonyme Meldestelle eingerichtet, die entsprechenden Hinweisen nachgeht. Bislang trauten sich vor allem entlassene Arbeiter an die Öffentlichkeit. Diese aber waren schon deshalb nicht so glaubwürdig, weil sie sich mit ihrer Firma überworfen hatten. Die Kritik des Bauernverbandes, das Land Niedersachsen fördere Denunziantentum, ist überzogen. Mäster, die ihre Tiere gut behandeln, haben nichts zu befürchten. Überdies handelt es sich lediglich um eine Meldestelle, die den Verdacht dann von den zuständigen Veterinär- und Gesundheitsämtern überprüfen lässt. Niemand wird durch die neue Einrichtung vorverurteilt. Dass in der Branche nicht immer alles in Ordnung ist, haben die Enthüllungen über verdorbene Ware und gequälte Tiere in der Vergangenheit gezeigt. Der eigentliche Skandal liegt darin, dass eine anonyme Meldestelle notwendig ist, damit Insider sich auch trauen, auf Missstände hinzuweisen.

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