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Weser-Kurier: Kommentar von Christine Longin zur Pariser Irak-Konferenz

Bremen (ots) - Es ist die wichtigste Woche in der gut zweijährigen Amtszeit des französischen Präsidenten François Hollande. Heute stellt sich sein Regierungschef Manuel Valls der Vertrauensabstimmung im Parlament, am Donnerstag hält der Staatschef selbst seine halbjährliche große Pressekonferenz ab. Dann muss er Farbe bekennen zum ausufernden Haushaltsdefizit, der hohen Arbeitslosigkeit und den Steuerbetrügereien eines Staatssekretärs. Ausgerechnet diese Schicksalswoche beginnt Hollande mit einem internationalen Irak-Treffen in Paris. Ein Zufall des Terminkalenders? Wohl eher nicht. Denn bei einer solchen Konferenz kann Hollande sich als Staatsmann präsentieren. Als Präsident, der er für die meisten Franzosen nicht mehr ist. Spätestens seit den Enthüllungen seiner Ex-Lebensgefährtin Valérie Trierweiler haben viele Landsleute den Respekt vor dem Sozialisten verloren, der die Armen als "Zahnlose" verspottet haben soll. 62 Prozent der Franzosen wollen, dass Hollande sein Amt noch vor dem Ende seiner Präsidentschaft 2017 niederlegt. Seine Popularität kann der Staatschef auch nicht mit einer Irak-Konferenz zurückgewinnen. Selbst Luftangriffe gegen die Dschihadisten-Miliz IS können Hollande nicht aus dem Tief helfen. Denn es ist nicht nur der Kampf gegen die Dschihadisten, den Hollande gewinnen muss, sondern der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit.

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