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Weser-Kurier: Zum Ergebnis der Elite-Befragung schreibt Alexander Pitz:

Bremen (ots) - Ein Aspekt der Elite-Umfrage, die das Allensbach-Institut vorgenommen hat, ist in der Tat besorgniserregend: Obwohl die weitaus meisten befragten Politiker zu Union oder SPD gehören, hält offenbar ein großer Teil die Politik der Großen Koalition für Murks. Fast die Hälfte hat den Eindruck, dass der Kurs von Schwarz-Rot in die Irre führt. Das ist besonders deshalb befremdlich, weil an der Erhebung Ministerpräsidenten und Minister aus Bund und Ländern, Staatssekretäre, Fraktions- und Parteichefs sowie zahlreiche weitere einflussreiche Politgrößen teilgenommen haben, die selbst mitregieren. Einerseits haben sie die gefundenen Kompromisse zur Rente mit 63, zum Mindestlohn und zur Energiewende mit geschmiedet, andererseits geben viele von ihnen im Schutze der Anonymität zu erkennen, dass sie diesen Weg generell für falsch halten. Das Ergebnis der Allensbach-Auswertung zeigt also einmal mehr, dass es mit der Glaubwürdigkeit der politischen Klasse nicht weit her ist. Und es zeigt, dass viele der scheinbar Mächtigen in Wahrheit ohnmächtig sind. Die Bürger dieses Landes brauchen aber keine Sachwalter, die nicht von dem überzeugt sind, was sie tun. Sie brauchen Politiker, die jenseits aller Parteiräson zu ihren Überzeugungen stehen. Dann käme manch fauler Kompromiss erst gar nicht zustande.

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