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Weser-Kurier: Kommentar von Alexander Tietz zum Streik der Bankangestellten

Bremen (ots) - Der mutmaßlich größte Bankenstreik seit 20 Jahren kam über Bremen so sanft herein wie der Nieselregen über den Köpfen der Demonstranten. Das Chaos blieb aus. Die Kunden konnten ihr Geld problemlos am Automaten abheben. Und das Gespräch mit dem Bankberater sollte kaum jemand vermisst haben. Insofern lässt sich der Streik tolerieren, weil niemand im Stich gelassen wurde, weil keiner zum Leittragenden wurde. Unabhängig davon sollten sich die Beteiligten aber fragen, ob der Streik nicht abwendbar war. Bereits in der zweiten Tarifrunde hätten sich ver.di und Arbeitgeber einigen können. Bei den Arbeitgebern ist kaum nachvollziehbar, warum sie weiterhin auf tariflich festgeschriebene Dienste am Sonnabend beharren. In viele Filialen, Bremen ist das beste Beispiel, kommen an Sonnabenden nur wenige Kunden. Die Resonanz ist nicht da. Warum also einen Bankangestellten zur Arbeit zwingen, wenn er nicht gebraucht wird? Die Gewerkschaften müssen sich ebenfalls etwas vorwerfen lassen. Nämlich, dass eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent über das Maß des Tolerierbaren hinausgeht. Bankangestellte haben einen durchschnittlichen Bruttolohn von etwa 3500 Euro im Monat. Warum gerade sie für eine Lohnerhöhung in Frage kommen sollen, ist nicht nachvollziehbar.

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