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Weser-Kurier: Kommentar von Julia Frese zum Arzneimittel-Report

Bremen (ots) - Pharma-Unternehmen haben in Deutschland ein wachsendes Glaubwürdigkeitsproblem. Die neuen Vorwürfe, die die Autoren des Arzneimittel-Reports 2014 erheben, verschärfen dieses leider noch. Statt den Patienten bestmögliche Heilungschancen durch gut erforschte und erschwingliche Medikamente zu bieten, haben die Hersteller den Aussagen der Barmer GEK zufolge vor allem die Gewinnmaximierung im Sinn. Doch tatsächlich sind die Arzneimittel-Hersteller nur ein Teil des Problems. Denn letztendlich sind es die Ärzte, die entscheiden, welches Medikament sie verschreiben. Und ihnen sollte der Patient dahingehend vertrauen können, dass sie über den medizinischen Forschungsstand Bescheid wissen und auf mögliche Gefahren hinweisen. Nur allzu oft kommen Ärzte, ebenfalls aus wirtschaftlichem Interesse, dieser Aufklärungspflicht nicht nach. Das neue Patientenrechtegesetz, das 2013 in Kraft trat, gibt den Behandelten mehr Möglichkeiten, sich gegen Fehler im Gesundheitssystem zu wehren. Wenn der Patient aber schon von schweren Nebenwirkungen betroffen ist, weil an der langfristigen Erforschung seines Medikaments gespart wurde, hilft ihm das auch nicht viel. Ärzte und Arzneimittelhersteller sollten dies darum von vornherein zu verhindern wissen.

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