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Weser-Kurier: Über Mini-Kameras für Polizisten schreibt Swantje Friedrich:

Bremen (ots) - Gewalttaten gegen Polizeibeamte häufen sich - sagt die Kriminalstatistik. Polizisten mit Kameras werden seltener angegriffen - sagt die hessische Polizei. Statistiken lügen nicht - aber sie erzählen auch nicht immer die ganze Wahrheit. Dass der Respekt vor Polizisten abnimmt, ist eine Tatsache, und es ist verständlich, wenn sich Beamte vor Übergriffen schützen wollen. Gut möglich, dass manche Raufbolde zögern zuzuschlagen, wenn ein Kameraobjektiv auf sie gerichtet ist. Die Ergebnisse des hessischen Pilotprojektes beweisen aber noch lange nicht, dass Body-Cams den Abschreckungseffekt haben. Auch in U-Bahn-Stationen mit Videoüberwachung wurden Menschen halb tot geprügelt. Aber selbst, wenn es stimmt, dass die Kameras Polizisten schützen: Was ist eigentlich mit dem Schutz der Gegenseite? Wenn Polizisten ihre Body-Cams nach Belieben ein- und ausschalten dürfen, ist es möglich, dass sie nur einen Teil der Fakten festhalten. In den USA, wo viele Cops inzwischen Kameras tragen, geht man einen anderen Weg. Dort müssen sie ihre Einsätze von Anfang bis Ende in Bild und Ton aufzeichnen. Das solle unter anderem die Bürger vor "schießwütigen Polizisten" schützen, heißt es. Wenn schon Kontrolle, dann wenigstens konsequent.

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