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Weser-Kurier: Zur Endlager-Suche schreibt Reimar Paul:

Bremen (ots) - Die Suche nach einem Endlager nur für die hoch radioaktiven Abfälle greift zu kurz. Was Umweltschützer seit Monaten bemängeln, haben inzwischen auch Politiker erkannt: Der Atommüllberg wächst ihnen über den Kopf. Nichts anderes hat das Land Baden-Württemberg jetzt eingestanden. Vor allem die Konzeption für Schacht Konrad gerät ins Wanken. Nicht genug, dass die Umrüstung der Eisenerzgrube zum Bundes-Endlager für schwach und mittelradioaktiven Müll immer teurer wird und immer länger dauert. Jetzt wird auch deutlich, dass viele dieser Abfälle in der Vergangenheit schlampig verpackt wurden und die vergleichsweise strengen Konrad-Kriterien gar nicht erfüllen. Für große Mengen strahlender Rückfälle gibt es überhaupt noch kein Entsorgungskonzept. Was also ist zu tun? Die Annahmebedingungen für Konrad aufweichen, wie es der Vorstoß aus Stuttgart nahelegt? Das wäre rund um Salzgitter wohl nicht durchzusetzen. Ein drittes oder gar viertes Endlager bauen? Das gäbe erst recht einen Aufschrei! Die Bundesländer können sich ja noch nicht einmal einigen, wer die 26 Castoren aus dem Ausland vorübergehend bei sich unterstellt. Am besten wäre es, die Entsorgungsdebatte zu beruhigen - und dann noch einmal ganz neu zu starten. Alles auf Los, alles gehört auf den Prüfstand.

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