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Weser-Kurier: Zum millionenfachen Datendiebstahl im Internet schreibt der Bremer WESER-KURIER:

Bremen (ots) - Millionen Deutsche werden sich bestätigt fühlen: Es sind jene, die dem Internet schon immer misstraut haben und sich deshalb lieber in der realen Welt bewegen als in der digitalen. Es werden aber auch viele Internet-Nutzer in ihrem Argwohn bestätigt, die sich bis heute tapfer dem Online-Banking verweigern - sich fürchten den Feind im Netz. Viele, die das Internet intensiv nutzen, sind vom millionenfachen Datenklau tief verunsichert. Das zeigt der Ansturm auf die vom Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik extra geschaltete Seite mit dem Sicherheits-Check. Doch die beunruhigten Menschen werden gleich in doppelter Hinsicht allein gelassen: Die Seite ist schon kurz nach ihrem Start unter der Last der Anfragen zusammengebrochen. Das BSI hat das Interesse offenbar unterschätzt. Peinlich, peinlich. Es hapert aber auch an der Informationspolitik des BSI. Wozu sind wie viele der Daten möglicherweise bereits missbraucht worden? Wie sind die Daten den Hackern in die Hände gefallen? Sind es vielleicht nur einige größere Unternehmen mit hohem Kundenstamm, deren Rechner ausgespäht wurden? Oder sind womöglich zahllose Computer von Privatpersonen infiziert und werden jetzt von Hackern fremdgesteuert? Die Antwort auf solche Fragen würden eine Einschätzung des Risikos erleichtern. Auch Experten stochern im Nebel. Das führt zu wilden Spekulationen im Netz. Das BSI wolle nur an Millionen von Web-Adressen kommen. Oder: Der Datenklau sei vorgetäuscht, damit die Bundesregierung die Vorratsdatenspeicherung durchpauken kann. Man kann über solche Spekulationen schmunzeln. Aber in Zeiten der NSA-Affäre sind gerade manche Internet-Begeisterte empfänglich dafür. Sie halten nach dem NSA-Spähskandal nichts mehr für unmöglich. Auch deshalb wären präzise Informationen sinnvoll gewesen.

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