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Börsen-Zeitung: Erst die gute Nachricht, Kommentar zu den Quartalszahlen der großen US-Banken von Stefan Paravicini

Frankfurt (ots) - Für die etwas mehr als 10.000 Mitarbeiter der Deutschen Bank in den USA haben die vergangenen Tage auch eine gute Nachricht gebracht: Das Geschäft der US-Konkurrenz brummt. Sollten sich Medienberichte vom Wochenende also bestätigen und sollte das deutsche Spitzeninstitut seine Präsenz im US-Markt zurückfahren, um die Verhandlungen mit dem Justizministerium in Washington über eine drohende Milliardenstrafe wegen Hypothekengeschäften aus Zeiten vor der Finanzkrise zu einem Abschluss bringen zu können, dürfte bei Adressen wie J.P. Morgan, Bank of America, Citigroup oder Goldman Sachs die eine oder andere Tür offen stehen.

Das gilt vor allem für die mehrheitlich in Manhattan tätigen US-Mitarbeiter des Instituts, die Erfahrungen im Anleihehandel mitbringen. Im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren haben die vier genannten US-Adressen mit ihren Zahlen für das dritte Quartal die durchschnittlichen Markterwartungen jedenfalls deutlich übertroffen.

Den Anfang machte der US-Branchenprimus J.P. Morgan, dessen Erträge im Handel mit Anleihen sowie anderen festverzinslichen Wertpapieren um fast 50 Prozent zulegten und die Schätzungen von Analysten glatt um eine 1 Mrd. Dollar übertrafen. Bank of America und Citigroup, die Nummer 2 und 4 im US-Markt, legten hier um 39 und 35 Prozent zu und machten zusammen noch einmal 1 Mrd. Dollar mehr Ertrag als erwartet. Goldman Sachs, die am Dienstag ihre Zahlen präsentierte, war mit einem Zuwachs von 34 Prozent im Handel mit festverzinslichen Papieren, Währungen und Rohstoffen ebenfalls zur Party eingeladen.

Auch Morgan Stanley, die am Mittwoch die Bilanzsaison der führenden US-Institute abschließt, dürfte davon profitieren, dass der Entscheid Großbritanniens für einen Ausstieg aus der Europäischen Union Ende Juni und die unterschiedlichen Äußerungen zur Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken in den vergangenen Monaten für zusätzliche Volatilität auf den Märkten gesorgt haben. Da die sechstgrößte US-Bank die Mannschaft für den Handel mit festverzinslichen Wertpapieren gestutzt hat, wird die Dynamik aber wohl kaum so akzentuiert wie bei der Konkurrenz ausfallen.

Womit wir zu der schlechten Nachricht für die Deutsche Bank und viele ihrer europäischen Peers kommen. Das Geschäft der US-Konkurrenten brummt wohl auch deshalb, weil sie die gestiegene Dynamik gerade auf den europäischen Anleihemärkten genutzt und den Wettbewerbern auf dem Alten Kontinent Marktanteile abgegraben haben.

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