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Börsen-Zeitung: Träume werden Realität, Kommentar zu Metro von Annette Becker

Frankfurt (ots) - Über viele Jahre hat das Management der Metro von der Zerschlagung geträumt, jetzt soll sie Realität werden. Im Vorjahr hatten sich die Düsseldorfer schon der Warenhäuser Kaufhof entledigt, jetzt folgt der ultimative Schritt. Bis spätestens Mitte 2017 soll die Aufspaltung des Handelskonzerns über die Bühne gebracht sein.

Begründet werden die Pläne, die noch der Zustimmung der Aktionäre bedürfen, mit fehlenden Synergien zwischen dem Lebensmittelhandel auf der einen und der Unterhaltungselektronik auf der anderen Seite und, was noch schwerer wiegt, dem Konglomeratsabschlag, mit dem die Aktie an der Börse abgestraft wird. Zumindest lautet so das Credo von Analysten, die dem Handelskonzern seit Jahren eine über der Marktkapitalisierung liegende Sum-of-the-Parts-Bewertung zubilligen.

Daneben aber hat Metro-Chef Olaf Koch auch einen eleganten Weg gefunden, sich des Problems Erich Kellerhals, des streitbaren Minderheitsgesellschafters der Media-Saturn-Holding (MSH), zu entledigen. Der Streit ist zwar mitnichten beigelegt, doch aus Sicht von Koch dürfen sich damit künftig andere - namentlich Vorstandsmitglied Pieter Haas, der den Vorstandsvorsitz der neuen Gesellschaft für Unterhaltungselektronik übernimmt - herumärgern. Denn auch das gehört zur Wahrheit: An der Satzung der MSH, durch die Kellerhals mit einer Beteiligung von lediglich 21,6% über ein Vetorecht verfügt, ändern die Aufspaltungspläne zunächst einmal nichts.

Die Gesellschafterversammlung muss Beschlüsse einstimmig fassen, und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn die Governance-Problematik, an der ein in der Vergangenheit mehrfach angedachter Börsengang scheiterte, ist nicht vom Tisch. Das ist alles andere als ein Asset, mit dem sich eine Equity Story stricken ließe, auch wenn Koch nicht müde wird zu betonen, dass Metro dank einschlägiger Gerichtsurteile die effektive Kontrolle zur Steuerung des operativen Geschäfts von MSH besitzt.

Bei Themen wie der Dividende - in der Satzung ist die Vollausschüttung zementiert - oder Akquisitionen biss die MSH-Geschäftsführung zumindest in den vergangenen Jahren regelmäßig auf Granit.

Dennoch ist die Aufspaltung ein kluger Schachzug, erhalten die Aktionäre dadurch doch die Möglichkeit, selbst über ihr MSH-Engagement zu entscheiden. Besonders Großaktionär Haniel, der sich seit geraumer Zeit das Abschmelzen der Metro-Beteiligung auf die Fahne geschrieben hat, dürfte von den Plänen mehr als angetan sein.

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