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Börsen-Zeitung: Letzter Aufruf, Kommentar zum GM-Restrukturierungsplan von Peter Olsen

Frankfurt (ots)

Mit einem nochmals drastisch verschärften
Sanierungskurs und einem Tauschangebot an Regierung, Anleihegläubiger
sowie Automobilarbeitergewerkschaft UAW versucht die amerikanische 
Industrieikone General Motors, in einem letzten Versuch die immer 
wahrscheinlicher werdende Insolvenz zu vermeiden. An der Wall Street 
reagierte man geradezu enthusiastisch auf den Crashkurs des neuen 
GM-Lenkers Fritz Henderson. Um bis zu 30% schnellten die GM-Aktien in
die Höhe - auf eine Marktkapitalisierung von gerade einmal 1,3 Mrd. 
Dollar.
Das jetzt vorgelegte Konzept würde den einstigen Branchenprimus 
nochmals drastisch schrumpfen lassen, der Rückkehr in die Gewinnzone 
aber wieder näher bringen. Denn unfassbare 82 Mrd. Dollar Verlust hat
GM seit 2004 aufgehäuft. Es grenzt so gesehen schon an ein Wunder, 
dass der Konzern erst seit Herbst 2008 staatliche Hilfe in Anspruch 
nimmt.
Aber Hendersons letzter Aufruf entspricht einer Gleichung mit - zu
- vielen Variablen. Immerhin um 44 Mrd. Dollar soll die Schuldenbasis
reduziert werden. Dem von den Anleihegläubigern abverlangten Verzicht
bei 27,5 Milliarden ausstehenden Bonds gegen 10% Anteil am 
Unternehmen müssen mindestens 90% zustimmen. Die 2033 fälligen Bonds 
notieren aktuell bei gerade einmal 11 Cent je Dollar.
Aber ob diese deprimierende Wahrheit reicht, um die bislang 
zaudernden Anleihegläubiger endlich zum Einlenken zu bewegen? Werden 
die Beschäftigten und Rentner einer Zwangsbeteiligung an GM zulasten 
ihrer Gesundheitsvorsorge zustimmen? Und wird die US-Regierung 
nochmals, wie von GM gewünscht, 11,6 Mrd. Dollar in den siechen 
Konzern pumpen, um dann mit einem Debt-for-Equity-Swap zum 
Mehrheitsaktionär aufzusteigen?
Dass in den marktwirtschaftlich geprägten Vereinigten Staaten der 
Regierung am Ende nichts anderes übrig bleiben könnte, als einen 
Industriekonzern durch Quasiverstaatlichung zu retten, ist nach wie 
vor kaum vorstellbar. Viel Zeit zum Überlegen aber bleibt für alle 
Beteiligten nicht mehr. Denn spätestens am 1. Juni wird GM 
Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts beantragen 
müssen, wenn US-Präsident Barack Obama Ernst macht. Das Schicksal der
europäischen GM-Aktivitäten um Opel könnte sogar schon vorher 
entschieden sein.

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