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Börsen-Zeitung: Positives Signal, Kommentar von Bernd Weber zum Einstieg von Abu Dhabi bei Daimler

    Frankfurt (ots) - Mag Daimler-Chef Dieter Zetsche die strategischen Aspekte der Zusammenarbeit mit dem neuen Investor aus Abu Dhabi auch noch so unterstreichen - in der Hauptsache ging es den Stuttgartern darum, Geld in die Kasse zu bekommen. Denn wer sich den Rückgang der Nettoliquidität im Daimler-Industriegeschäft in den letzten drei Monaten des Vorjahres von 6,7 Mrd. Euro auf 3,1 Mrd. Euro vor Augen führt, dem muss klar sein: Das Geld rinnt den Stuttgartern nur so durch die Hände. Es bedurfte dringend monetären Nachschubs.

    Hervorzuheben ist, dass Zetsche und seine Mannen die Chance beim Schopf ergriffen haben, als ihnen die arabischen Petro-Dollars in Form einer Beteiligung angeboten wurden. Schließlich durchlebt die Branche Zeiten, in denen viele Autohersteller oder Zulieferer nach Staatsknete rufen, weil sie ob einbrechender Verkäufe und zu finanzierender Halden dringend Geld benötigen, es von Privaten jedoch nicht mehr bekommen oder aber immense Prämien für Fremdkapital hinblättern müssen.

    Da ist das Signal, als Autobauer von einem arabischen Staatsfonds das Vertrauen in Form von 2 Mrd. Euro zu erhalten, eindeutig positiv zu werten. Ebenso kann Zetsche zu Recht darauf verweisen, dass das Emirat durchgerechnet lediglich etwa 2% weniger gezahlt hat, als die Daimler-Aktie am vergangenen Freitag und damit kurz vor dem Durchwinken des Deals seitens des Aufsichtsrates wert war. Bei anderen Kapitalerhöhungen der jüngeren Vergangenheit mussten Unternehmen erheblich höhere Zugeständnisse an den Preis oder den Anteil machen, um das dringend benötigte Geld zu bekommen.

    Richtig ist auch, dass Daimler nun einen weiteren, zweiten Ankerinvestor hat. So weit, so gut. Aber selbst Zetsche konstatiert, dass damit das Risiko einer feindlichen Übernahme nicht geringer ist, als es vor einem Jahr von ihm eingeschätzt wurde. Wen wundert's, schließlich sind weiter rund 80% des Daimler-Kapitals dem Streubesitz zuzurechnen.

    Ob die eingenommenen Milliarden ausreichen, hängt vom Verlauf der Krise im weltweiten Automobilgeschäft ab. Die Voraussetzungen für weitere Kapitalspritzen jedenfalls wird die Daimler-Hauptversammlung Anfang April schaffen. Mit dem neuen Kerninvestor sollte es Daimler dann aber leichterfallen, auch die nächste Erhöhungsrunde durchzuziehen.

    (Börsen-Zeitung, 24.3.2009)

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