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Börsen-Zeitung: Premiere weggezappt Von Sebastian Schmid.

Frankfurt (ots)

An der Börse fallen Entscheidungen direkt auf
eine Nachricht. Als am Dienstag feststand, dass Leo Kirch sich die 
Vermarktung der Bundesliga-Übertragungsrechte gesichert hat, begannen
die Anleger wie wild aus der Premiere-Aktie zu zappen. Unmittelbar 
können zwar die Auswirkungen auf den Bezahlfernsehsender noch nicht 
berechnet werden. Doch der Deal bringt Unsicherheiten über die 
Verhandlungsposition von Premiere. Diese galt zuvor als hervorragend.
Neue Risiken bedeuten eben Kursabschläge.
Tatsächlich kann es sich Premiere kaum leisten, auf die 
Übertragungsrechte zu verzichten, läuft der Abo-Sender doch Gefahr, 
den Geduldsfaden seiner Kunden zu zerreißen. Allerdings ist umgekehrt
auch Kirch auf den Pay-TV-Sender angewiesen. Neben Premiere hat bei 
der vorherigen Versteigerung nur die inzwischen gescheiterte Arena um
die Live-Übertragungsrechte - das wertvollste Asset - mitgeboten. Da 
sich noch kein finanzkräftiger Bietkonkurrent am Horizont abzeichnet,
müssen Kirch und die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Preis, den 
Premiere für die Rechte zahlen soll, eben auf anderem Weg in die Höhe
treiben.
In einem Joint Venture von Rechtevermarkter Sirius (Kirch) und der
DFL sollen daher Interviews und kommentierte Berichte produziert 
werden - vor allem um Hoffnungsträger wie das Internetfernsehen oder 
Handy-TV zu stützen. Auch Premiere soll - im Gegensatz zu 
öffentlich-rechtlichen Sendern - nur die fremdproduzierten Inhalte 
anbieten dürfen. Dass Premiere dies nicht hinnehmen will, ließ der 
Bezahlsender zwar umgehend wissen. Allerdings werde man den 
Abonnenten unter Umständen auch diesen Inhalt offerieren, um die 
Bundesliga beim Sender zu halten. Der zu zahlende Preis werde sich 
aber an der gebotenen Exklusivität und den Bietkonkurrenten 
orientieren. Das kann nach derzeitigem Stand kaum im Sinne Kirchs 
sein.
Bis 2008 die Rechte vergeben werden, bleiben einige Monate für 
Verhandlungen, in denen Premiere auf die eigene Produktion dringen 
wird. Gewähren Kirch und die DFL dies, ist der Sender wohl bereit, 
etwas mehr zu zahlen. Der größere Druck lastet indes auf dem 
Rechtevermarkter, der für die nächste Vergabe einen Aufschlag von 20%
verspricht. So gesehen ist die Verhandlungsposition von Premiere gar 
nicht so schlecht, und mancher Anleger könnte etwas früh weggezappt 
haben.
(Börsen-Zeitung, 11.10.2007)

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