Zukunftsstiftung Landwirtschaft

EU Kommission will gentechnische Verschmutzung von Saatgut legalisieren - Initiative "Save our Seeds" gestartet

    Berlin (ots) - Wenn es nach einem Gesetzentwurf der europäischen Kommission geht, werden schon bald gentechnisch veränderte Organismen (GVO) überall auf Europas Äckern wachsen, ohne, dass die betroffenen Bauern und Verbraucher auch nur davon wissen, geschweige denn darauf Einfluss nehmen können. Je nach Pflanzenart sollen Gentechnik-Pflanzen zwischen 0,3 und 0,7 Prozent dem Saatgut beigemengt sein können, ohne dass dies auch nur gekennzeichnet werden müsste. Dies entspräche 30 bis 70 Quadratmetern GVOs pro Hektar.          Die allseits beschworene Wahlfreiheit für Verbraucher und Landwirte würde damit zur Farce. Denn GVOs können sich, wie alles Saatgut, vermehren und auch auf verwandte Arten in der Natur auskreuzen. Auch scheinbar geringe Mengen von GVOs könnten deshalb kaum zu kontrollierende Folgen haben. Ihre Rückholung wäre, wenn sie im gesamten Saatgut auftauchen, praktisch nicht mehr möglich. "Saatgut steht am Anfang der Nahrungskette und ist die Grundlage der Nachzucht und züchterischen Weiterentwicklung. Es muß deshalb ganz besonders geschützt werden," sagte Benedikt Haerlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.          Sowohl konventionelle als auch biologisch wirtschaftende Bauern wären den gentechnischen Verunreinigungen hilflos ausgeliefert. Risiko, Kosten und Mehraufwand, die durch GVO-Verunreinigungen entstehen, müssten von denjenigen getragen werden, die keine Gentechnik einsetzen wollen. "Eine groteske Situation: Die breite Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch der Landwirte in Europa lehnt Gentechnik auf dem Acker und im Essen ab. Aber die Gesetze sollen den Interessen der Unternehmen angepasst werden, die ihre GVOs auf den Markt drücken wollen," sagte Thomas Dosch von Bioland.          Die Gentechnik-Industrie, die sogar noch höhere Grenzwerte fordert, behauptet, GVOs seien längst nicht mehr zu vermeiden, obwohl bis heute in der EU praktisch keine GVOs angebaut werden. Auch Saatgut wird von den zuständigen Behörden regelmäßig auf Verunreinigungen getestet. Diese Tests waren bisher in Deutschland und anderen EU-Staaten negativ, mit einigen bezeichnenden Ausnahmen. Entsprechende Ergebnisse wurden von Greenpeace zusammengestellt. Ihr Gentechnik-Experte Dr. Christoph Then warnt: "Bisher ist die gentechnikfreie Landwirtschaft in Europa noch Realität. Die EU-Richtlinie würde einer schleichenden Verschmutzung mit GVOs vom Acker bis zum Lebensmittel den Weg bereiten."          Um den Anfängen unkontrollierter gentechnischer Verschmutzung in der Landwirtschaft, aber auch in der Natur, zu wehren, fordern über 20 Umweltschutz-, Bauern- und Verbraucherorganisation von der EU-Kommission und der Bundesregierung ein striktes Reinheitsgebot für Saatgut. Dass dies funktioniert, beweist die Gentechnik-Saatgut-Verordnung in Österreich, die seit dem Jahr 2000 jegliche Verschmutzung jenseits der technischen Nachweisgrenze von 0,1% verbietet. "Wir wollen in den kommenden Wochen möglichst viele Unterschriften unter unsere Petition 'Save our Seeds' sammeln und gegen diese Einführung der Gentechnik durch die Hintertüre mobilisieren. Von der Bundesregierung erwarten wir, dass sie ein striktes Reinheitsgebot in Brüssel durchsetzt," sagt Helmut Röscheisen vom Deutschen Naturschutzring, "Der von ihr gegenwärtig durchgeführte Diskurs über die Grüne Gentechnik würde unglaubwürdig, wenn sie gleichzeitig eine solche Verunreinigungs-Richtlinie zuließe."          Weitere Informationen:          zs-l-Büro Berlin 030/27590309 und Benedikt Haerlin     0173 9997555          Hintergrundinformationen, Dokumente und Stellungnahmen aller Beteiligten:

    www.zs-l.de     Petition: www.saveourseeds.org          Reinhaltung des Saatgutes in der EU von gentechnisch veränderten Organismen          Petition an die EU-Kommissare David Byrne, Franz Fischler und Margot Walström European Commission, Rue de la Loi 200, B-1049 Bruxelles, Belgium          Die Ministerin für Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft, Renate Künast Wilhelmstr. 54, 11055 Berlin          Sehr geehrte Damen und Herren,

    Mit großer Sorge habe ich erfahren, dass die Europäische Kommission eine Richtlinie vorgeschlagen hat (SANCO/1542/02- January 2002), die künftig die Verunreinigung von Saatgut mit gentechnisch veränderten Sorten (GVO) bis zu Grenzwerten von 0,3 bis 0,7 Prozent zulassen soll. Ich möchte mich auch in Zukunft darauf verlassen können, dass Produkte, die nicht als GVOs gekennzeichnet sind, tatsächlich nicht gentechnisch verändert sind. Das wäre nicht mehr gewährleistet, wenn künftig auch nicht gentechnisch veränderte Sorten einen GVO-Anteil von 30 bis 70 Quadratmetern pro Hektar enthalten könnten, ohne dass dies den betroffenen Bauern auch nur bekannt ist. Auch aus Gründen des vorsorgenden Umwelt- und Gesundheitsschutzes erscheint mir eine solch unkontrollierte Verbreitung und Vermehrung von GVOs nicht vertretbar.          Ich fordere Sie deshalb auf, dafür zu sorgen, dass die Reinhaltungsvorschriften für nicht gentechnisch verändertes Saatgut grundsätzlich keine Verunreinigung mit GVOs zulassen. (Als verlässlich überprüfbare und einzuhaltende, technische Nachweisgrenze gilt derzeit ein Grenzwert von 0,1 Prozent.)          Selbstverständlich müssen für die Reinhaltung des Saatgutes diejenigen Sorge tragen, die GVOs herstellen oder anbauen wollen und nicht jene, die wie bisher ohne Gentechnik Landwirtschaft betreiben und gentechnisch nicht veränderte Produkte konsumieren wollen. Dadurch entstehende Kosten dürfen nicht den Verbrauchern und schon gar nicht den Bauern aufgebürdet werden. Für wirtschaftliche und andere Schäden haben die Hersteller von GVOs zu haften. Hierfür ist gegebenenfalls auch in anderen einschlägigen Richtlinien, Verordnungen und Gesetzen Sorgen zu tragen, bevor die vorgeschlagene Saatgut-Richtlinie der EU in Kraft tritt.          Petition online unterzeichnen: www.zs-l.de/gmo/petition.htm#mail

    Geben Sie bitte "Petition" im Betreff-Feld ein. Ihre
"Unterschrift" ist nur gültig, wenn Sie Namen, Adresse und email
eintragen. Oder direkt Mail an info@zs-l.de mit Betreff "Petition",
Name, Adresse und email im Mailbody
    
    Petition zum Ausdrucken laden: www.saveourseeds.org
    
  
ots Originaltext: Zukunftsstiftung Landwirtschaft
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Zukunftsstiftung Landwirtschaft
Berliner Büro
Rungestr. 19
10179 Berlin
Fon: 030 / 275903-09
Fax: 030 / 275903-12
Benny Härlin & Reinhild Benning
berlin@zs-l.de
www.zs-l.de

Original-Content von: Zukunftsstiftung Landwirtschaft, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Zukunftsstiftung Landwirtschaft

Das könnte Sie auch interessieren: