Verband der privaten Bausparkassen e.V.

Eigenheim auch als Wertanlage vorne dabei
Jährliche Rendite bei 7,8 Prozent

    Berlin (ots) - Das Eigenheim stellt auch unter
Renditegesichtspunkten eine hervorragende Anlageform dar. In den
vergangenen 31 Jahren belief sich die durchschnittliche jährliche
Rendite eines Einfamilienhauses auf 7,8 Prozent. Damit rangiert das
eigene Haus hinter der Anlage in Aktien mit einer durchschnittlichen
Rendite von 9,8 Prozent an zweiter Stelle. Dahinter folgen
festverzinsliche Wertpapiere mit einer durchschnittlichen Rendite von
7,4 Prozent, Gold und das normale Sparbuch mit lediglich 4,9 Prozent
bzw. 4,3 Prozent. Auf diese Ergebnisse einer im Auftrag des Verbandes
der Privaten Bausparkassen durchgeführten Untersuchung "Das Eigenheim
als Anlage - Wertentwicklung und Performance im Vergleich zu
alternativen Anlageformen 1970 bis 2001", hat Renate Szameitat,
Geschäftsführerin von GEWOS, Institut für Stadt-, Regional- und
Wohnforschung GmbH, Hamburg, heute in Berlin hingewiesen.
    
    Bei allen untersuchten Anlageformen wurde unterstellt, dass zu
Beginn, also im Jahr 1970 ein Betrag von 50.000 EURO (in Form von
Eigenkapital) in die jeweilige Vermögensform investiert wurde. Die
Vorteilhaftigkeit der einzelnen Anlageformen ergibt sich dabei aus
dem erzielten Betrag, der Wertentwicklung und den Risikoaspekten. Die
in der jeweiligen Anlageform erzielten Erträge - Zinsen, Dividenden,
Mieten - wurden in die jeweilige Anlageform wieder reinvestiert. Beim
Eigenheim resultiert der Ertrag aus der (kalkulatorischen) Miete für
ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 120 m2. Bei den Aktien
wurde auf den DAX der Deutschen Börse AG zurückgegriffen. Die Rendite
der Rentenpapiere wurde anhand des REX-Performance-Index berechnet.
Beide Indices berücksichtigen neben den Kursveränderungen auch die
Zinserträge bzw. die Dividendenzahlungen.
    
    Welche Wirkungen die unterschiedlichen Renditen auf die jeweilige
Anlageform langfristig haben, zeigt eine Gegenüberstellung der
Vermögensbestände im Jahr 2001, wenn im Jahr 1970 eine Investition in
die jeweilige Anlageform in Höhe von 50.000 Euro getätigt worden
wäre:
    
    - Aktien:                 907.000 Euro
    - Eigenheim:            513.000 Euro
    - Rentenpapiere:      457.000 Euro
    - Gold:                    220.000 Euro
    - Spareinlagen:        184.000 Euro.
    
    Andreas J. Zehnder, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der
Privaten Bausparkassen: "Es ist bekannt, dass Haus- und Wohneigentum
zu den bevorzugten Formen der Eigentumsbildung und Altersvorsorge
zählen. Aber dass das eigene Heim auch unter rein rationalen,
ökonomischen Gründen zu den Top-Anlagen zählt, dürfte sicherlich
vielen bisher so nicht klar gewesen sein."
    
    Szameitat betonte, bei der Wertentwicklung und der relativ hohen
Rendite der Aktien müsse berücksichtigt werden, dass diese Werte sehr
stark von der allgemeinen Aktieneuphorie in den letzten Jahren
geprägt seien. Bis zum Jahr 1995 hätten sowohl Wertentwicklung als
auch Rendite mit 358.000 EURO bzw. 8,1 Prozent noch hinter dem
Eigenheim mit 393.000 EURO bzw. 8,5 Prozent gelegen. Hinzu komme die
hohe Unsicherheit bei dieser Anlageform, wie sie speziell in den
letzten zwölf Monaten sehr deutlich geworden sei. Der Kurseinbruch
der Aktien habe die Performance dieser Anlageform deutlich
verschlechtert. Eine weniger starke, dafür aber kontinuierliche
Aufwärtsentwicklung biete im Veräußerungsfall wesentlich bessere
Chancen, einen guten Erlös zu erzielen, als eine Entwicklung, die von
starken Ausschlägen nach oben und unten geprägt sei.
    
    Dieses Risiko werde ersichtlich, wenn man die jährlichen Renditen
und deren Schwankungen betrachte. Beim Eigenheim sei zum einen die
geringste Schwankungsbreite zu erkennen und zum anderen zu keinem
Zeitpunkt eine negative Rendite. Ähnlich stabil sei die Anlage in
Rentenpapieren mit moderaten Schwankungen und zwei mal einer
negativen Rendite. Extreme Ausschläge seien jedoch bei der
Aktienanlage zu beobachten. Zweifellos sei mit Aktien kurzfristig die
höchste Rendite zu erzielen. Häufig falle die Rendite zweistellig
aus; 1985 habe sie mit 85,3 Prozent den Höchststand erreicht, zwei
Jahre später mit -37,6 Prozent den Tiefststand. Zugleich seien
mehrmals negative Renditen von mehr als 20 Prozent zu beobachten
gewesen.
    
    Als Maß für die Schwankungsbreiten der Renditen bzw. das Risiko
der jeweiligen Anlageform wird in der Statistik die sog.
Standardabweichung berechnet. Die geringste Standardabweichung, also
das niedrigste Risiko, weist die Spareinlage mit 1,3 auf. Auch das
Eigenheim und die Rentenpapiere befinden sich mit
Standardabweichungen von 3,5 und 5,3 auf sehr niedrigem Niveau. Die
höchsten Schwankungsbreiten bzw. Risiken weisen dagegen die
spekulativen Anlageformen Gold und Aktien mit 26,9 bzw. 25,4 auf.
    
    Nicht explizit aufgenommen in die Berechnungen von GEWOS wurde die
Kapitallebensversicherung. Zum einen liegen für diese Anlageform
keine ausreichenden, langfristigen statistischen Daten vor, zum
anderen schreibt der Gesetzgeber den Versicherungsunternehmen eine
Streuung der angesammelten Sparbeiträge vor. Aus dieser Streuung, die
der Risikominderung der Einlagen dient, folgt zwingend, dass die
Performance keine Spitzenwerte erreichen kann. Beispielrechnungen für
den Zeitraum von 1980 bis 1994 ergeben Renditen zwischen 6,0 und 7,1
Prozent pro Jahr.
    
    Fördertatbestände, wie z. B. das Eigenheimzulagengesetz, und
Steuertatbestände, wie die Besteuerung von Zinserträgen, sind in die
Untersuchung nicht einbezogen worden. Das bedeutet, dass sich der
Abstand der Eigenheimrendite zur Aktienrendite tendenziell verringern
und der Vorsprung der Eigenheimanlage insbesondere gegenüber
Rentenpapieren und Spareinlagen tendenziell zunehmen wird.
    
    Abschließend wies Szameitat darauf hin, dass wir uns z. Z. in
einer Niedrigzinsphase befinden, in der Anlagen in Rentenpapieren
unter Renditegesichtspunkten wenig attraktiv seien und Aktienanlagen
eher begünstigt würden. Wenn jedoch der Konjunkturmotor wieder
anspringe, sei mit einer Erhöhung der Leitzinsen zu rechnen. Höhere
Zinsen würden nicht nur festverzinsliche Wertpapiere wieder
attraktiver machen, sie wären auch ein Unsicherheitsfaktor für die
Aktienkurse. Davon könnte das Eigenheim als Anlageform profitieren
und den Abstand zur Aktienanlage verringern.


    Die vollständige Studie kann kostenlos beim Verband der Privaten
Bausparkassen e.V., Klingelhöferstr. 4, 10785 Berlin, Fax-Nr.:
030-590091-501 oder per E-Mail: www.bausparkassen.de bestellt werden.
    
    
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