Verband der privaten Bausparkassen e.V.

Zusatzrente für Wohneigentümer bei 1.200 DM (West) bzw. 851 DM (Ost) pro Monat

    Berlin (ots) - Die Wohnkosten schlagen in den Budgets der privaten
Haushalte in immer stärkerem Maße zu Buche. Das gilt ganz besonders
für Rentnerhaushalte, bei denen die Aufwendungen für das Wohnen in
der Regel einen überproportionalen Anteil ausmachen. Wohneigentümer
haben dabei gegenüber dem Mieter den entscheidenden Vorteil, dass das
mietfreie Wohnen das Haushaltsbudget erheblich entlastet. Nach einer
im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen durchgeführten
Sonderauswertung der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 1998 des
Statistischen Bundesamtes belief sich der Mietwert der eigenen vier
Wände bei Rentnerhaushalten in Westdeutschland auf 1.200 DM pro
Monat. Bei einem monatlichen (Haushalts-) Nettoeinkommen der Rentner
von 3.710 DM konnten diese Haushalte ihre Einkommen also um fast ein
Drittel (32,3 Prozent) dadurch "aufstocken", dass sie für das Wohnen
in der eigenen Wohnung keine Miete zahlen mussten. Demgegenüber
mussten Mieterhaushalte von ihrem durchschnittlichen Nettoeinkommen
in Höhe von 2.785 DM knapp ein Viertel (24,3 Prozent) bzw. 676 DM für
die Miete abzweigen, so dass ihnen unter dem Strich 2.109 DM für den
Lebensunterhalt blieben. Der Verband hebt hervor, dabei müsse
berücksichtigt werden, dass die Wohnung der Mieterhaushalte durchweg
kleiner und weniger komfortabel ausgestattet seien, als das Haus oder
die Eigentumswohnung der Eigentümer.
    
    In Ostdeutschland habe der Mietwert der eigenen vier Wände mit
knapp 851 DM nicht ganz so hoch gelegen. Dementsprechend sei der
Anteil hier mit 26,5 Prozent am Gesamteinkommen in Höhe von 3.209 DM
auch niedriger ausgefallen. Immerhin bedeutete das mietfreie Wohnen
noch eine Einkommenssteigerung um mehr als ein Viertel (26,5
Prozent). Rentnerhaushalte, die zur Miete wohnten, mussten hierfür
528 DM aufwenden, was einer Einkommensbelastung von 19,7 Prozent
entsprach.
    
    Andreas J. Zehnder, Hauptgeschäftsführer des Verbandes: "Selbst
wenn man berücksichtigt, dass die laufenden Unterhaltskosten die
eingesparte Miete wieder etwas schmälern, machen diese Beträge
deutlich, mit welchem großen finanziellen Entlastungseffekt die
eigenen vier Wände für Rentnerhaushalte verbunden sind. Das mietfreie
(und schuldenfreie) Wohnen im Alter wird zur zweiten Rente."
    
    Der Verband weist abschließend darauf hin, dass es durchaus
Eigenheimbesitzer gebe, die im Alter aus Ersparnisgründen bewusst auf
Unterhaltskosten für Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen,
wie z. B. Außen-/Innenanstrich, Fußbodenbeläge, Sanitäreinrichtungen
usw., verzichten würden. Auf diese Art komme es zu einem (Teil-)
"Verzehr" des in den vorangegangenen Jahren und Jahrzehnten
aufgebauten Immobilienvermögens.
    
    Nettoeinkommen, Mieten bzw. Mietersparnisse von Rentnerhaushalten
in Deutschland pro Monat              
                                                      Eigentümer    
                        Nettoeinkommen Mietersparnisse 1) Zusatzrente in %
                              in DM                in DM                 des Einkommens
    Ostdeutschland    3.209                851                      26,5
    Westdeutschland  3.710            1.200                      32,3
    Deutschland         3.661            1.163                      31,8
                  
                                                        Mieter    
                          Nettoeinkommen Mietzahlungen  Mietbelastung in %
                                in DM                in DM              des Einkommens
    Ostdeutschland    2.685                528                      19,7
    Westdeutschland  2.786                676                      24,3
    Deutschland         2.758                632                      22,9
                  
                                    
    1) Unterstellte Mieten im Wohneigentum              
                  
    Quellen: Verband der Privaten Bausparkassen, Statistisches
Bundesamt

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