Deutscher Naturschutzring

Deutscher Naturschutzring: Bundesministerin Künast muss ökologische Fischzucht in Brüssel durchsetzen/ Verbraucher zum Kauf von Öko-Forellen aufgefordert

    Bonn (ots) - Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat heute in
Lindlar in der Nähe von Köln bei einer Pressekonferenz
Bundesministerin Renate Künast aufgefordert, bis spätestens 2003 die
ökologische Fischzucht in der EG-Öko-Verordnung 2092/91
durchzusetzen. Lebensmittel aus der Aquakultur sind in der Verordnung
bisher nicht enthalten, da zu wenig praktische Erfahrungen vorliegen.
An die bundesdeutschen Verbraucher appellierte der DNR, zukünftig
verstärkt Forellen und Karpfen aus der Öko-Fischzucht einzukaufen.
"Deutschland darf den sich abzeichnenden Boom beim Markt für Fische
aus ökologischer Zucht nicht verschlafen! Mit gerade mal 4.000 Tonnen
Bio-Lachs, 200 Tonnen Bio-Forellen, 400 Tonnen Bio-Karpfen und 100
Tonnen Bio-Muscheln in Europa stehen wir noch ganz am Anfang, mahnte
DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen.
    
    Die Fischzuchtbetrieb Rameil im Naturpark Bergisches Land ist der
erste Forellenbetrieb in Deutschland, der die Richtlinien von
Naturland für eine ökologische Aquakultur umgesetzt hat. "Wir hätten
den 8-Mann-Betrieb gerne für den Förderpreis Ökologischer Landbau des
Künast-Ministeriums vorgeschlagen. Die derzeitige EG-Verordnung lässt
dies aber noch nicht zu", sagte Röscheisen.
    
    Die Vorteile für Umwelt und Verbraucher sind bei der Realisierung
der Naturland-Richtlinien erheblich:
    
    - Im Öko-Forellenfutter darf der Fischmehl-Anteil max. 50%
betragen. Er wird aus Resten der Speisefisch-Verarbeitung
hergestellt. Fischfang allein zum Zweck der Tierfutter-Herstellung
ist verboten. Die pflanzlichen Rohstoffe Weizen, Sojabohnen,
Kartoffeleiweiß, Erbsenmehl und Maiskleber stammen aus dem
Öko-Landbau
    
    - Ein prophylaktischer Einsatz von chemo-synthetischen
Tierarzneimittel ist nicht zulässig- Keine genetisch veränderten
Organismen im Besatz sowie in Futtermitteln
    
    - Die Forellen werden nicht in künstlichen Behältern, sondern in
Naturteichen gehalten, die in die Landschaft eingebettet sind
    
    - Die Fischzucht ist artgerecht. Wegen der mit ca. 10 kg/m3 Wasser
gegenüber der üblichen Praxis von 40 kg/m3 deutlich geringeren
Besatzdichte haben die Fische mehr Bewegungsspielraum
    
    
ots Originaltext: Deutscher Naturschutzring
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Weitere Informationen:
Helmut Röscheisen,
DNR-Generalsekretär,
Am Michaelshof 8-10,
53177 Bonn
Tel. 0228/35 90 05
Fax: 0228/35 90 96

Original-Content von: Deutscher Naturschutzring, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Deutscher Naturschutzring

Das könnte Sie auch interessieren: