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Dr. Dieter Zetsche: "Den Januar kann man fast als einen Knallstart bezeichnen" Der Daimler-Chef im Exklusivinterview auf dem Genfer Automobilsalon

Dr. Dieter Zetsche: "Den Januar kann man fast als einen Knallstart bezeichnen"
Der Daimler-Chef im Exklusivinterview auf dem Genfer Automobilsalon
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Dateigröße: 6,47 MB
Länge: 04:42 Minuten

Genf (ots) - Anmoderation

Der heute in Genf beginnende Automobilsalon gehört zu den wichtigsten Automessen der Welt und gilt jedes Jahr im Frühjahr als erster Gradmesser für die Automobilkonjunktur. Mercedes-Benz hat heute auf seiner Pressekonferenz die Weltpremiere des C-Klasse Cabrios gefeiert und das Jahr 2016 zum Jahr der Traumautos ausgerufen. Im Mittelpunkt der halbstündigen Präsentation stand die neue E-Klasse, die im April auf den Markt kommen wird. Mit dem Slogan "The Future is here" kommuniziert das Unternehmen dieses Auto als Innovationsträger. Was genau die Kunden erwartet und wie das bisherige Verkaufsjahr 2016 gelaufen ist, das hat uns Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche im Interview erzählt.

1 Frage: Herr Dr. Zetsche, Sie haben die Journalisten heute überrascht, als Sie als erstes Fahrzeug Ihr Forschungsfahrzeug F 015 auf die Bühne geschickt haben. Direkt dahinter die neue E-Klasse. Ein Signal, die Zukunft hat begonnen?

Offensichtlich ist der F 015 viel in den Medien erschienen als die Inkarnation der automobilen Zukunft. Ich glaube, das ist auch nicht ganz ungerechtfertigt, weil es wirklich ein visionäres Fahrzeug ist. Was wir hier auf der Bühne zeigen wollten ist, dass nur ein Jahr danach die E-Klasse, die ab April in den Verkaufshäusern für die Kunden verfügbar sein wird, ganz wichtige Bausteine dieser visionären Zukunft bereits in die heutige Gegenwart überträgt. Das ist für sich selbst genommen ein überraschend großer Schritt. (0:37)

2. Frage: Ist die neue E-Klasse der Einstieg ins autonome Fahren?

Das drückt sich vielleicht am besten darin aus, dass die E-Klasse mit nahezu keinen Modifikationen, so wie sie der Kunde jetzt kaufen kann, in Nevada die Lizenz bekommen hat, dort auf öffentlichen Straßen als einziges Produktionsfahrzeug voll autonom getestet zu werden. Das ist ein deutliches Zeichen, wie weit die Teilautonomie bei diesem Fahrzeug bereits geht. (0:22)

3. Frage: Welche Vorteile erwarten Sie in Punkto Sicherheit vom autonomen Fahren?

Hier sind wir mit der neuen E-Klasse einen riesigen Schritt vorangekommen, die praktisch 360 Grad um das Fahrzeug herum ihre Augen wachen lässt und im Risikofall dann schützend eingreift. Wir verfolgen seit fast Anbeginn die Vision vom unfallfreien Fahren, das hat sich zunächst auf passive Sicherheit beschränkt und wurde bis heute über die aktive Sicherheit, durch die Assistenzsysteme in erster Linie, weiter vorangetrieben. Wenn sie immer kompetentere Assistenzsysteme zusammenfügen, dann kommen sie irgendwann zum autonomen Fahrzeug, das in jeder Situation eingreifen kann. (0:40)

4. Frage: Richtig entspannt wird es für die Autofahrer in dem Moment, in dem das Auto ganz alleine fährt. Sie versprechen aber auch schon bei der neuen E-Klasse ein deutlich entspannteres Fahren?

Wir sind heute durch die Gesetze daran gehindert, das Auto wirklich alleine fahren zu lassen, aber es unterstützt den Fahrer eben. Es lässt einen fast wie in einer Rinne fahren, weil das Auto selbst schon richtig lenkt, man braucht es als Fahrer nur noch zu begleiten. Wir sehen, dass man mit einer solchen Unterstützung einfach erholter fährt, sich deswegen erstmals besser fühlt, aber andererseits auch wiederum weniger ermüdet und dadurch sicherer fahren kann. Hier treffen sich die beiden Punkte wieder. In Summe ist es für Leib und Leben des Kunden, aber auch für seine Seele und seine Freude, sich auch anderen Dingen, wie seinem Musikgenuss, noch stärken hingeben zu können, ein Riesenschritt nach vorne. (0:44)

5. Frage: In Genf ist dieses Jahr der Diesel ein Thema. Der wurde vor genau 80 Jahren erstmals in einem Mercedes eingesetzt. Jetzt haben Sie für die E-Klasse einen neuen Dieselmotor entwickelt. Was kann der?

Nachdem wir nicht nur als erster das Automobil erfunden haben, sondern auch als erster den Diesel eingesetzt haben, ist es auch unsere Aufgabe diese Technologie weiter nach vorne zu bringen. Das ist uns mit dem neuen OM 654 sicherlich in beispielhafter Weise gelungen. Wir haben hier nochmals einen weiteren Effizienzgewinn, was die CO2-Emissionen angeht von 13 Prozent, also noch einmal einen Riesenschritt in der Verbrauchseffizienz dieses Motors. Gleichzeitig haben wir aber die anderen Emissionsbestandteile, hier ist sicherlich NOx eine wichtige Komponente, nochmals ganz dramatisch senken können. Dergestalt dass dieser Motor jetzt schon alle Technologien an Bord hat, um die zukünftigen Euro VI und RD1- und RD2-Gesetzgebungsstufen, die außerordentlich anspruchsvoll sind, voll lösen zu können. (0:52)

6. Frage: Was sagen Sie dazu, dass die deutsche Umwelthilfe zum Start des Genfer Automobilsalons eine Klage gegen Ihr Unternehmen wegen Angaben zu Abgaswerten angekündigt hat?

Nun, wir haben glaube ich als beste proaktive Maßnahme hier den neuen Dieselmotor als den saubersten Dieselmotor der Industrie vorgestellt. Das ist eigentlich alles, was es dazu zu sagen gibt. (0:14)

7. Frage: Genf gilt als Gradmesser für die Autoindustrie. Wie ist Ihr Unternehmen in das Jahr 2016 gestartet?

Januar kann man fast als einen Knallstart bezeichnen. Wir haben uns mit 20 Prozent Wachstum fast selbst überrascht. In China hatten wir im Januar 50 Prozent plus, das ist fast nicht mehr zu toppen und auch im Februar werden wir dort eine zweistellige Wachstumsrate aufweisen können. In den USA hat der Markt im letzten Jahr neue Höhen erklommen, hat im Unterschied zu Europa die Finanzkriseneinbußen voll kompensieren können. Auf diesem hohen Niveau sehen wir jetzt eher eine Seitwärtsentwicklung, die zusätzlich strukturell noch stärker durch Light Trucks gegenüber den Cars nach der dortigen Klassifizierung im Vordergrund sieht. Deshalb ist auch bei uns die Entwicklung im Moment eher seitwärts als nach oben gerichtet. (0:53)

Abmoderation

Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG im Exklusiv-Interview zum Auftakt des Automobilsalons in Genf, der heute (Dienstag, 01.03.) begonnen hat.

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