Frankfurt (ots) - Anmoderation:
Gestern Abend, Frankfurt, Commerzbank Arena. Im ersten Spiel nach der Europameisterschaft, wo die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw im Halbfinale gegen Italien mit 1:2 ausgeschieden war, gab es für Deutschland im Freundschaftsspiel gegen Argentinien eine 1:3 Niederlage. Wobei gesagt werden muss, dass das deutsche Team nach der roten Karte für Torhüter Zieler über eine Stunde lang mit nur zehn Mann spielen musste und schon nach wenigen Minuten Hummels nach einer Verletzung raus musste. Das Tor für Deutschland erzielte Benedikt Höwedes. Nach dem Spiel zog Bundestrainer Joachim Löw die Bilanz des ersten Freundschaftsspiels nach der EM:
O-Ton Joachim Löw
Nach der roten Karte in Unterzahl und dem Eigentor so unmittelbar vor der Pause, war es nicht so ganz einfach wieder einen Zugriff auf das Spiel zu bekommen, gegen technisch versierte Spieler aus Argentinien. Nichts desto trotz denke ich, dass die Mannschaft nichts unversucht hat lassen zu diesem Zeitpunkt auch noch einmal ran zu kommen. Das war natürlich schwierig nach dem 0:2. Aber, es ist da heute auch einiges gegen uns gelaufen. Mit zehn Mann war es dann auch schwierig wieder ins Spiel zurück zu kommen. Also ich glaube, (0:15) Man muss auch einen Dank sagen an das Publikum. Also irgendwie hatte ich das Gefühl, selbst nach dem 0:3, hat das Publikum bei Angriffen von uns die Mannschaft immer wieder unterstützt. Von daher war das sehr positiv (1'00)
Im traditionellen Mercedes-Benz Sportpresse Club, den es bei jedem Heimspiel der Nationalmannschaft gibt, waren wie immer Fußball-Experten versammelt, die über die Niederlage gegen Argentinien und die Auswirkungen der Halbfinal-Niederlage gegen Italien und dem damit verbundenen EM-Aus diskutierten. Alle waren sich einig, diese junge Mannschaft hat trotz des 0:3 hohe Qualitäten und wird die Enttäuschung wegstecken. Der Weltmeister von 1990, Andreas Möller.
O-Ton Andi Möller
Enttäuschungen gehören im Fußball auch dazu. Damit muss man auch zu Recht kommen. Das muss man verarbeiten und man muss auch daraus wieder die Kraft schöpfen und sich ein neues Ziel setzen. Und das kann jetzt nur heißen, dass man in zwei Jahren in Brasilien wieder eine große Rolle spielt. Titel kann man nicht garantieren. Das sind manchmal in einem Turnier Eigendynamiken. Man braucht auch ein bisschen Glück. Aber wir sind auf einem sehr guten Weg. Und aus einer Enttäuschung kann man auch wieder eine entsprechende Kraft und Motivation nehmen. (0:28)
Heribert Bruchhagen, der Präsident von Eintracht Frankfurt glaubt nicht, dass die EM lange nachwirken wird. Und Folgen für die bald beginnende Bundesligasaison fürchtet er auch nicht. Der ehemalige Eintracht-Spieler Maurizio Gaudino sieht sogar Chancen nach der Niederlage gegen Argentinien. Besonders für die jungen Spieler...
O-Ton Maurizio Gaudino
Jetzt haben wieder die Neuen, die jetzt nicht dabei waren, die aber auch eine gute Saison gespielt hatten, für die geht's jetzt ans Eingemachte, die können sich behaupten, die können sich zeigen und müssen auch das zeigen, was sie in der letzten Saison gebracht haben, müssen sich jetzt etablieren, müssen sich beweisen, müssen sich nochmal behaupten, und Jogi Löw versucht natürlich neues Blut rein zu bringen, weil die Spieler, die nicht dabei waren haben ja das Trauma Italien nicht. Und es ist auch sehr wichtig, um da wieder einen schönen Mix zu finden, dass sie da drauf aufbauen und den Weg verfolgen, den Jogi Löw vorgibt, und dann natürlich auch die Big Points auf so einem Turnier machen. (0:37)
Und Andi Möller war sich nach dem Argentinien-Spiel sicher: Die deutsche Mannschaft hat trotz der Niederlage das Zeug, in zwei Jahren bei der WM in Brasilien wieder ganz weit vorne zu landen:
O-Ton Andi Möller
Wir haben ganz tolle Spieler hinten dran. Schürle, Reuss, Götze, um einige zu nennen. Diese Spieler können sich in den nächsten Jahren noch toll entwickeln. Und es ist fantastisch, dass wir solche Spieler haben, und dass wir auf solche Spieler zurückgreifen können. Diese Spieler werden sich jetzt in der Bundesliga etablieren. Sie werden Erfahrungen gewinnen, auch internationale Erfahrungen. Und dann sind solche Spiele wie gegen Argentinien sehr, sehr wichtig. Das sind Erfahrungswerte, die sind unersetzbar. (0:28)
Abmoderation:
Gesten Abend hat die deutsche Nationalmannschaft in Frankfurt ihr erstes Testspiel nach der EM in Polen und der Ukraine gegen Argentinien mit 1:3 verloren. Am 7. Und 11. September wird's dann für die deutsche Mannschaft Ernst. In der WM-Quali geht es in Hannover gegen die Färöer-Inseln und danach in Wien gegen Österreich.
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