Der Tagesspiegel

Der Tagesspiegel: Seehofer-Vorgängerin Künast: Pläne zur Lebensmittelkennzeichnung sind völlig ungenügend

    Berlin (ots) - Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hat die Pläne von Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) zur Lebensmittelkennzeichnung als "völlig ungenügend" kritisiert. Es sei "indiskutabel, nur auf eine freiwillige Lebensmittelkennzeichnung  zu setzen", sagte die frühere Verbraucherministerin dem Berliner "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe). "Freiwilligkeit wird von der Nahrungsmittelindustrie immer unterlaufen." Zwar habe Seehofer "unter dem Druck der Öffentlichkeit endlich seinen bisherigen Kurs der Totalblockade aufgegeben". Den entscheidenden Schritt - die Ampelkennzeichnung vorzuschreiben -  mache er aber nicht. Dabei sei diese "ein klassisches Beispiel dafür, wie man Verbraucher quer durch alle Alters- und Bildungsschichten simpel und eindeutig informiert".

    Auch die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisierte die Freiwilligkeit der Nährwertkennzeichnung. Dies zeige, dass Seehofer das Problem nicht ernst nehme, sagte Geschäftsführer Thilo Bode  dem "Tagesspiegel". Rein rechtlich nämlich wäre dem Minister die Verpflichtung der Hersteller sehr wohl möglich. Beim Gesundheitsschutz lasse die EU den  nationalen Regierungen einen großen Ermessensspielraum. Natürlich befürchteten gerade Unternehmen, die sich auf überzuckerte Kinderprodukte spezialisiert hätten, Probleme durch eine verbindliche Kennzeichnung, sagte Bode.  Manche   Cornflakes bestünden bis zur Hälfte aus Zucker. Solche "Auswüchse" könnten  aber nur durch eine einfache und verbindliche Kennzeichnung beseitigt werden. Die  Ampelregelung in Großbritannien habe dazu geführt, dass Hersteller tatsächlich ihre Rezepturen geändert hätten.

Pressekontakt:
Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
cvd@tagesspiegel.de
 

Original-Content von: Der Tagesspiegel, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Der Tagesspiegel

Das könnte Sie auch interessieren: