Cornelsen Schulverlage

Lernmittelfreiheit lässt Schulbücher veralten
PISA - Ländervergleich zeigt Schieflage

    Berlin (ots) - Theoretisch und auf dem Papier klingt es gut und
richtig: Das in Deutschlands Bildungswesen verankerte Prinzip der
"Lehr- und Lernmittelfreiheit" soll den Schülern die Ausstattung mit
kostenlosen Lernmitteln garantieren. Was einmal mit dem Anspruch
"gleiche Bildungschancen für alle"  in unterschiedlichen Gesetzen
postuliert wurde, hat in einer Zeit schrumpfender Bildungsetats zu
einer katastrophalen Realität zu Lasten der Schüler geführt. Denn -
allen öffentlichen Mahnungen von Pädagogen, Eltern, Bildungsexperten
und Gewerkschaften zum Trotz - das deutsche Schulsystem bleibt auch
nach PISA chronisch unterfinanziert, was zur Folge hat, dass Schüler
weiterhin mit veralteten Schulbüchern lernen.
    
    Die Praxis des Systems "Lernmittelfreiheit" wird von Bundesland zu
Bundesland sehr unterschiedlich gehandhabt. Auffallend ist, dass in
Bundesländern, in denen Schülern fast alle Bücher kostenlos zur
Verfügung gestellt werden, absolut veraltete Schulbücher im Einsatz
sind. Da existiert noch die Berliner Mauer, ist von
Rechtschreibreform oder vom Euro keine Spur. Leider betrifft das die
meisten der 16 Länder. Lediglich in Rheinland-Pfalz,
Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Brandenburg, in denen die
Schulbücher nicht allein vom Land, sondern mit finanzieller
Beteiligung der Eltern angeschafft werden, lernen die Schüler
teilweise mit neuen aktuellen Büchern. Das Ergebnis: Unterschiedliche
Praktiken in den einzelnen Ländern, gepaart mit einer erschreckend
schlechten Ausstattung der Schulen, führen zu stark
unterschiedlichen, wohnsitzbedingten Bildungschan-cen. Die anstehende
zweite Phase der PISA-Studie, der Vergleich der Bundesländer
untereinander, wird die fatalen Folgen dieses Bildungssystems bei der
Lehr- und Lermittelfreiheit schockierend belegen.
    
    Die Talfahrt der öffentlichen Schulbuchausgaben hält auch im Jahr
2002 noch an. Obwohl die Schülerzahlen seit 1991 leicht gestiegen
sind, müssen die Schulen heute mit rund 30% weniger Geld auskommen.
Auch den Lehrern sind die Hände gebunden, sie prangern die Situation
ungehört an und veranstalten vielerorts "Kopierorgien". Bis alte
Lehrwerke ausgemustert werden, sind sie  durchschnittlich neun Jahre
alt. Ein Skandal - findet auch Fritz von Bernuth, Geschäftsführer der
Cornelsen Verlagsholding: "Die Reduzierung der Ausgaben auf dem
Schulbuchsektor um über 100 Mio. EURO im letzten Jahrzehnt mit dem
Ergebnis, dass Schüler mit völlig veralteten Lernmitteln unterrichtet
werden, steht im krassen Widerspruch zu den Äußerungen der Politiker,
die nach den Veröffentlichungen der PISA-Studie fast im Chor rufen,
Bildung habe den höchsten Stellenwert in unserem Land!" Das Problem
liegt nicht bei den Verlagen. "Wir arbeiten vorausschauend und nach
den neusten pädagogischen Richtlinien. Unsere Schulbücher sind
selbstverständlich aktuell, denn  Schulbücher müssen die Realität
wiederspiegeln. Wir investieren Millionen in diesen Anspruch", so
Cornelsen Geschäftsführer Wolf-Rüdiger Feldmann.
    
    Auch der Unmut der Eltern wächst. Viele Eltern sind deutlich
bereit, auch einen finanziellen Teil dazu beizutragen, wenn es um die
Bildung und letztendlich die Zukunft ihrer Kinder geht. Mehr Geld für
Bildung verbunden mit einer Reform, die dahingehend wirkt, dass
Schüler in Deutschland wieder mit aktuellen Büchern lernen können,
ist eine Forderung, die endlich Gehör bei den verantwortlichen
Politikern finden muss. Denn fest steht: Der gültigen Anspruch, allen
Schülern nicht nur gleich gute, sondern hervorragende Bildungschancen
zu bieten, ist mit dem bisher praktizierten System der
Lehrmittelfreiheit sicherlich nicht mehr zu gewährleisten.
    
    
ots Originaltext: Cornelsen Verlag
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