Neues Braunkohlenkraftwerk BoA 2&3 erreicht
Meilenstein: Kessel besteht Druckprobe
Essen (ots) -
- Hohe Flexibilität unterstützt Ausbau der Erneuerbaren Energien: Anlage kann in zehn Minuten ihre Leistung halbieren - CO2-Ausstoß im Vergleich zu Altanlagen um 30 Prozent geringer - 2,2 Milliarden Investition setzt wichtige Impulse für den Arbeitsmarkt
Einen Meilenstein hat das neue Braunkohlenkraftwerk BoA 2&3 (BoA steht für Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik) von RWE Power in Grevenbroich-Neurath erreicht: Der Dampfkessel von Block G - Herzstück der Anlage - hat seine Druckfestigkeit mit einer gesetzlich vorgeschriebenen Druckprobe unter Beweis gestellt: "Wir haben den Kesseldruck unter Einsatz von cirka 1.000 Kubikmeter Wasser auf 485 bar hochgefahren - weit mehr als der reguläre Betriebsdruck von 272 bar", berichtet Baustellenleiter Manfred Hensel. Die 80.000 auf der Baustelle gefertigten Schweißnähte der Anlage bewährten sich anstandslos, selbst bei diesen "übernormalen" Druckverhältnissen. Allein für die 7.600 Tonnen schweren Heizflächenpakete des Kessels sind zuvor rund 10.400 Einzelrohre verschweißt worden. Hintereinander gelegt ergäben die insgesamt im Dampferzeuger eingeschweißten Rohre eine Länge von etwa 1.400 Kilometer; das entspricht der Strecke von Köln nach Rom. "Mit der erfolgreichen Druckprobe des Dampferzeugers Block G haben wir einen weiteren entscheidenden Schritt für die Inbetriebnahme des Kraftwerks gemacht. Den nächsten planmäßigen Inbetriebnahmeschritten steht nun nichts mehr im Weg", erklärt Matthias Hartung, Geschäftsführer der RWE Technology GmbH, die im RWE-Konzern den Bau neuer Kraftwerke realisiert.
Mit Hilfe computergestützter Leittechnik lässt sich das BoA 2&3-Kraftwerk flexibel steuern. Beide Blöcke können innerhalb von nur 15 Minuten auf die Hälfte ihrer Kapazität heruntergefahren werden. Und ebenso schnell wieder Leistung aufnehmen. "Flexible Regulierungsmöglichkeiten sind ein Eckpfeiler für die intelligente Stromversorgung", unterstreicht Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender der RWE Power.
Und weiter: "Die große Flexibilität unserer neuen Anlage unterstützt wirkungsvoll den Ausbau erneuerbarer Energien. Wir können auf die zunehmenden Schwankungen im Stromnetz, die vor allem die Windenergie verursacht, sehr schnell reagieren. Auch BoA 2&3 widerlegt somit das Vorurteil von der vermeintlich unbeweglichen Braunkohle. Deshalb muss dieser heimische und subventionsfreie Energieträger auch künftig im Energiemix seinen festen Platz haben."
Zurzeit sind rund 3.000 Arbeitskräfte auf der Baustelle in Neurath tätig. Seit der Grundsteinlegung vor vier Jahren haben hier insgesamt schon etwa 50.000 Menschen an den verschiedenen Gewerken gearbeitet. Mit einem Investment von mehr als 2,2 Milliarden Euro setzt das RWE Power-Projekt wichtige Impulse für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Impulse, die auch nach Abschluss der Baumaßnahme weiterwirken. Denn BoA 2&3 sichert dauerhaft mehr als 3.500 Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region. Block G der Doppelblockanlage soll im Sommer 2011 ans Netz gehen, Block F Ende 2011 folgen. Beide Blöcke zusammen erreichen eine maximale Nettoleistung von 2.100 Megawatt. Der Wirkungsgrad liegt bei über 43 Prozent.
Gegenüber den Altanlagen, die im Gegenzug zur BoA 2&3 stillgelegt werden, wird das neue Kraftwerk rund sechs Millionen Tonnen weniger CO2 pro Jahr bei gleicher unterstellter Stromerzeugung emittieren.
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Lothar Lambertz Presse RWE Power AG T 0201/12-23984 M Lothar.Lambertz@rwe.com

