Ministerpräsident Wulff und RWE Chef Großmann nehmen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Lingen in Betrieb
Essen (ots) -
- Emsland wird zu einem der größten Stromerzeugungsstandorte
Europas - Neue 887-Megawatt-Anlage erreicht Wirkungsgrad von nahezu 60
Prozent Im emsländischen Lingen sind heute die beiden Blöcke des neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) von RWE Power offiziell in Betrieb gegangen. Gemeinsam mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff drückten der Lingener Oberbürgermeister, Heiner Pott, der Landrat des Landkreises Emsland, Hermann Bröring, RWE Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Großmann sowie RWE Power Vorstandsvorsitzender Dr. Johannes Lambertz den Startknopf. Mit einer Leistung von 887 Megawatt und einem Wirkungsgrad von nahezu 60 Prozent zählt das neue GuD-Kraftwerk zu den weltweit modernsten seiner Art. Die Gesamtinvestition beträgt 500 Millionen Euro. Im Vergleich zu älteren Kraftwerken kann bei gleicher Stromproduktion eine CO2-Reduktion von etwa zwei Millionen Tonnen pro Jahr erreicht werden. 2025 will der Konzern 75 Prozent seines Stroms in CO2-freien bzw. -armen Anlagen erzeugen. Vor über 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft betonte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff den besonderen Stellenwert der Anlage: "Die Investition der RWE AG ist ein Bekenntnis zum Kraftwerksstandort Lingen, zum Emsland und zu Niedersachsen sowie ein wichtiger Beitrag zu Ressourcenschonung und Klimaschutz. Eine effizientere Verstromung knapper Energieträger senkt die Importabhängigkeit Deutschlands im Bereich der fossilen Energierohstoffe und leistet einen positiven Beitrag zur Versorgungssicherheit. Ich hoffe, dass weitere Kraftwerksbetreiber diesem positiven Beispiel von RWE folgen", sagte Wulff.
"Mit unserer neuen GuD-Anlage - dem Sprinter unter den Kraftwerken - wird unser leistungsstarker Erzeugungsstandort Lingen um eine Facette reicher. Hier zeigt sich, weshalb wir in Deutschland einen ausgewogenen Energiemix brauchen", betonte RWE-Chef Jürgen Großmann. Davon profitiert auch die starke Industrie im Raum Osnabrück-Emsland. Das Kernkraftwerk und die drei Gasblöcke am Standort verfügen über eine Gesamtleistung von 3.200 Megawatt. Sie können bis zu sechs Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Lingen ist der perfekte Partnerstandort für die erneuerbaren Energien. "Die erneuerbaren Energien sind leistungsfähig, schwanken aber stark und haben hohe Gestehungskosten. Sie brauchen daher flexible und wirtschaftliche Verbündete.
Gas, aber auch Kohle und Kernenergie sind eine notwendige Ergänzung von Wind und Sonne", so der RWE-Chef weiter. Er machte die Schwankungen der Erneuerbaren an einem Beispiel fest: Innerhalb von 24 Stunden könne sich die Windeinspeisung in Deutschland um rund 20.000 Megawatt ändern. Je nach Tages- und Jahreszeit seien dies 25 bis 50 Prozent des gerade angeforderten Strombedarfs. Großmann: "Flexibilität ist Trumpf. Diese Karte kann RWE am Standort Lingen schon heute voll ausspielen!"
Mit dem Bau des neuen Gaskraftwerks sowie der Nachrüstung der bestehenden GuD-Anlage, die vier neue Turbinen mit einem Investitionsvolumen von 200 Millionen Euro erhält, gibt RWE wichtige Impulse für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Allein durch den Neubau flossen Aufträge über rund 50 Millionen Euro in den regionalen Wirtschaftsraum. Zudem werden jährlich Aufträge von rund 13 Millionen Euro vergeben, von denen auch die mittelständischen Firmen im Emsland in erheblichem Umfang profitieren. Durch die neue Anlage werden hochqualifizierte Arbeitsplätze vor Ort, aber auch weit über die Region hinaus dauerhaft gesichert. In den RWE-Kraftwerken arbeiten über 800 Menschen. Während der Errichtung des neuen Kraftwerks waren in Spitzenzeiten zusätzlich bis zu 750 Menschen gleichzeitig auf der Baustelle tätig. Sie verbauten über 22.000 Tonnen Beton, verlegten über 1.200 Kilometer Rohrleitungen und über 400 Kilometer Kabel.
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