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Reality Mining - Werden Handydaten in Zukunft die Ausbreitung von Krankheiten vorhersagen?

Hamburg (ots) - Wissenschaftler verarbeiten mit zunehmend raffinierten Methoden digitale Daten. Sie sind bereits in der Lage, den Aufenthaltsort von Handybesitzern nicht nur zu analysieren, sondern zu 93 Prozent korrekt vorherzusagen, berichtet die Zeitschrift P.M MAGAZIN in ihrer Mai-Ausgabe. "Reality Mining" - das Schürfen der Realität - heißt dieser Zweig der Wissenschaft. Forscher suchen nach Mustern und Zusammenhängen, um ein umfassendes Bild des sozialen Lebens zu erhalten. Alex Pentland, Informatiker am Massachusetts Institute of Technology (MIT), sagte dem P.M. MAGAZIN: "Mit Reality Mining erkennen wir, was in einer Stadt oder einer Firma vor sich geht - es ist eine Art Mikroskop für das Verhalten von Menschen."

Die digitalen Informationen sind Gold wert: Der Physiker László Barabási von der Northwestern University in Boston hat sechs Monate lang die anonymisierten Aufenthaltsorte von 100 000 Handybesitzern ausgewertet. Er entwickelte einen Algorithmus auf Basis der ermittelten Daten: Dieser hätte den Aufenthaltsort der Besitzer in 93 Prozent aller Fälle korrekt prognostiziert. Das US-Unternehmen Skyhook wertet jeden Tag mehr als 300 Millionen Aufenthaltsdaten aus, die es von iPhones und Android-Handys bekommt. Damit erstellt Skyhook Karten für knapp 800 Städte, die auf wenige hundert Meter genau angeben, wann und wo sich wie viele Menschen aufhalten werden - eine Wettervorhersage für Mobilität. Mediziner hoffen, mit diesen Daten in Zukunft die Ausbreitung gefährlicher Krankheiten besser prognostizieren zu können.

Gute Aussichten für Datenjäger - gleichzeitig aber auch eine erschreckende Vorstellung für all jene Menschen, die Wert auf Privatsphäre legen. Alex Pentland warnt: "Diese neuen Werkzeuge haben das Potenzial, George Orwells Vision eines alles kontrollierenden Staates Wirklichkeit werden zu lassen. Was wir damit anstellen, kann entweder zu unserer Rettung führen oder zu unserer Zerstörung."

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