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Integralis rät bei Biometrie zur Vorsicht - Digitale Signatur ist sicherer
Japanische Forscher überlisten elf gängige Fingerprint-Erkennungssysteme

    München/Heilbronn (ots) - Der IT-Sicherheitsspezialist Integralis,
München, warnt vor zuviel Euphorie hinsichtlich der Sicherheit
biometrischer Systeme. Die Verfahren sind noch nicht ausgereift. Das
haben auch erst kürzlich japanische Wissenschaftler der Yokohama
National University bewiesen, die elf marktgängige
Fingerprint-Erkennungssysteme mit einfachen Mitteln überlisteten.
    
    Bekanntlich hat der Bundestag im Herbst letzten Jahres
ungewöhnlich eilig die Einführung eines biometrischen Verfahrens zur
Identitätskontrolle verabschiedet. Deutschland steht damit nicht
allein. Vor allem die USA zählt zu den großen Befürwortern der noch
jungen Technik. So sollen dort beispielsweise spätestens ab dem 26.
Oktober 2003 nur noch biometrische Visa für die Einreise gelten.
    
    Allen biometrischen Verfahren ist gemein, dass sie unveränderliche
Kennzeichen wie Iris, Gesicht oder Fingerabdruck mit vorher
abgespeicherten Mustern (Templates) vergleichen. Doch die
Technologie, der heute so große Hoffungen gelten, ist noch lange
nicht sicher. Beispiel Fingerabdruck-Erkennung:
"Fingerprint-Erkennung hat im Normalbetrieb heute noch Fehlerraten
von bis zu zehn Prozent, das ist inakzeptabel", erläutert Andreas
Lamm, Leiter Business Development beim IT-Sicherheitsspezialisten
Integralis. Diese rein aus der Systemfunktion entstandene Fehlerquote
haben japanische Wissenschaftler vor kurzem noch deutlich gesteigert:
mit einem Kunstfinger.
    
    Der Kryptografie-Spezialist Tsutomu Matsumoto und seine Studenten
haben die biometrischen Systeme mit einem leicht aus Gelatine
herstellbaren Finger getäuscht. Alle getesteten Systeme erkannten den
Fehler nicht. Matsumoto hatte mittels einer in Hobby-Läden
erhältlichen Plastikknetmasse und einem registrierten
"Original-Finger" ein Modell hergestellt, das er anschließend mit
Speisegelatine ausgoss und so eine Fingerkopie erhielt. Zudem
erstellte er in einem zweiten Versuch aus einer auf einem Glas
hinterlassenen Fingerabdruck eine Fingerkopie. Hier nutzte er einen
gängigen auf Cyanoacrylat basierenden Sekundärkleber, der in wenigen
Sekunden aushärtet, eine Digitalkamera, Photoshop, durchsichtige
Folie und eine belichtbare Platine. Die Fehlerquote der
Fingerabdruck-Scanner lag selbst bei diesem Nachbau bei 80 Prozent.
    
    "Dieser Test belegt wieder einmal deutlich, dass die Technologie
einfach noch nicht ausgereift ist", sagt der Integralis-Manager
Andreas Lamm. "Die Digitale Signatur ist heute wesentlich sicherer."
Biometrie verlasse sich auf Wahrscheinlichkeitsaussagen, bei
Digitalen Signaturen gibt es nur schwarz oder weiß: Entweder die
Informationen stimmen hundertprozentig überein, oder gar nicht. Auf
breiter Ebene und in der Öffentlichkeit raten die
Sicherheitsspezialisten von Integralis deshalb derzeit noch von dem
Einsatz biometrischer Verfahren ab. "Biometrie kann derzeit nur in
eng umgrenzten Bereichen eingesetzt werden, etwa um die PIN beim
Handy zu ersetzen. Aber selbst dort war die Benutzerakzeptanz nur
sehr gering. In sicherheitskritischen Fällen würde ich auf diese
Technologie noch verzichten bzw. sie ausschließlich in Kombination
mit klassischen Verschlüsselungsmethoden verwenden."
    
    Über Integralis
    
    Integralis ist einer der führenden Anbieter für IT-und
E-Commerce-Sicherheitslösungen in Europa. Integralis ermöglicht
Unternehmen Kommunikation und E-Commerce-Transaktionen in einem
sicheren Umfeld über private und öffentliche Computernetze. Das
Unternehmen bietet ein umfassendes Spektrum an Sicherheitsprodukten
und -dienstleistungen, Beratungsleistungen, Systemintegrationen,
Schulungen, Packaged Services und Managed Services an. Integralis
gehört zur Articon-Integralis Gruppe, dem führenden Anbieter von
IT-Sicherheitslösungen in Europa. Weitere Informationen über
Integralis finden Sie im Internet unter www.integralis.de
    
    
ots Originaltext: Integralis Deutschland GmbH
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