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Deutsche Arbeitnehmer: Loyaler in der Krise
Laut einer aktuellen Studie ist fast jeder vierte Beschäftige seinem Arbeitgeber gegenüber treuer als zuvor

Troy/Hamburg (ots) - Der Konjunkturrückgang der letzten Jahre hat offenbar zu einer starken Bindung zwischen Unternehmen und ihren Angestellten geführt: Durchschnittlich 23 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind ihrem Arbeitgeber gegenüber loyaler als vor der Wirtschafts- und Finanzkrise. Dabei fühlen sich ältere Mitarbeiter stärker an ihr Unternehmen gebunden als ihre jüngeren Kollegen. Dies hat eine internationale Studie ergeben, für die der führende Personaldienstleister Kelly Services zwischen Oktober 2009 und Ende Januar 2010 rund 134.000 Arbeitnehmer befragt hat, davon über 2.000 in Deutschland.

Laut der Befragung sind gutes Management und aktive Kommunikation die wichtigsten Voraussetzungen für mehr Loyalität, während schlechte Geschäfts- und Mitarbeiterführung, mangelnde Arbeitsmoral und unzureichende Kommunikation dazu führen, dass die Bindung der Angestellten zum Unternehmen nachlässt.

"Unternehmen, die im Hinblick auf die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen offen kommuniziert und sich bestmöglich um ihre Angestellten gekümmert haben, konnten so das Vertrauen und die Bindung der Mitarbeiter in Zeiten der Krise stärken", sagt Ralf Heiden, Geschäftsführer Kelly Services Deutschland. "Diese höhere Loyalität führt dazu, dass die Mitarbeiter engagierter und konzentrierter sind - ein entscheidender Vorteil, wenn die Wirtschaftslage sich wieder verbessert."

Die Ergebnisse der Studie im Überblick:

   - 43 Prozent der befragten Angestellten geben an, ihrem 
     gegenwärtigen Arbeitgeber gegenüber "absolut loyal" zu sein, bei
     den 48- bis 65-Jährigen ist es sogar die Hälfte.
   - Auf die Frage nach dem entscheidenden Faktor, der über die 
     Bindung zum Arbeitgeber entscheidet, nennen 49 Prozent 
     interessantere und anspruchsvollere Aufgaben. Für 19 Prozent ist
     mehr Verantwortung wichtig, nur 14 Prozent halten ein höheres 
     Gehalt oder sonstige Vergütungen für essentiell.
   - Nach dem wichtigsten Faktor befragt, der sie zur Kündigung 
     bewegen würde, nennen 25 Prozent der Befragten schlechtes 
     Management, gefolgt von mangelnder Kommunikation (20 Prozent) 
     und unzureichender Vergütung (16 Prozent).
   - Die Reputation des Unternehmens ist bei der Jobwahl und der 
     Frage, ob sie ihrem Arbeitgeber treu bleiben, für 41 Prozent der
     48- bis 65-Jährigen ein sehr wichtiger Faktor; bei den 18- bis 
     29-Jährigen sind es nur 19 Prozent. 

Für die befragten Arbeitnehmer wird die Reputation eines Unternehmens vor allem durch die Qualität von Geschäftsführung und Mitarbeitern sowie Produkten und Services bestimmt. In geringerem Maße tragen dagegen globale Marktpräsenz, finanzielle Performance und Corporate-Social-Responsibility-Initiativen zum guten Ruf bei.

"Die Ergebnisse zeigen, dass die Bezahlung im Hinblick auf die Motivation der Mitarbeiter weniger bedeutend ist als viele Unternehmen glauben", sagt Ralf Heiden. "Um ihre Mitarbeiter zu motivieren müssen Arbeitgeber dagegen vor allem für ein Umfeld sorgen, das die persönliche Entwicklung fördert sowie interessante und verantwortungsvolle Aufgaben ermöglicht."

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