Deutsche Umwelthilfe e.V.

Deutsche Kühlgerätehersteller heizen Klimawandel an

Hintergrundmaterial

Berlin (ots) - Bosch, Miele, Bauknecht, Electrolux und Liebherr untergraben Klimaschutzbemühungen durch unsachgemäße Entsorgung von Kühlschränken - Deutsche Umwelthilfe ordnet den Geschäftsführern der fünf größten deutschen Kühlgerätehersteller ihren Beitrag zum Klimawandel von insgesamt einer Million Tonnen CO2-Äquivalenten zu - DUH fordert von Herstellern eine Kühlgeräteentsorgung nach dem Stand der Technik

In Deutschland werden jährlich hunderttausende FCKW-haltige Kühlgeräte unsachgemäß entsorgt. Nach einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) belasten die entweichenden Klimagase die Atmosphäre so stark, wie umgerechnet eine Million Tonnen Kohlendioxid. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation fordert deshalb von den Geschäftsführern der fünf großen deutschen Kühlgerätehersteller Karsten Ottenberg (Bosch), Jens Christoph Bidlingmaier (Bauknecht), Gerd Holl und Birgit Pohl (beide Electrolux), Andreas Böhm und Kristian Koch (beide Liebherr) sowie Markus Miele und Johann Zinkann (beide Miele) ein glaubwürdiges Umweltengagement und echten Klimaschutz. Die DUH kritisiert, dass es vor dem Hintergrund der Klimakonferenz in Paris verantwortungslos ist, wenn führende deutsche Unternehmen sich als nachhaltig präsentieren, aber nicht nachhaltig handeln.

Die DUH wirft den Geschäftsführern der größten deutschen Kühlgerätehersteller vor, Klimaschutzbemühungen durch eine rein auf Profit ausgerichtete Unternehmenspolitik zu torpedieren. Tatsächlich müssen die deutschen Kühlgerätehersteller gewährleisten, dass ihre Altgeräte nach dem Stand der Technik recycelt werden. Dafür beauftragen sie entsprechende Recyclingunternehmen, ohne jedoch zu kontrollieren, ob diese ausreichend klimaschädliches FCKW aus den Geräten entfernen. Nach dem gesetzlich vorgegebenen Stand der Technik müssten aus alten FCKW-haltigen Kühlgeräten 90 Prozent der enthaltenen Treibhausgase entnommen werden. Tatsächlich sind es in deutschen Recyclinganlagen aber nur 63 Prozent. Der Rest entweicht in die Umwelt.

Die DUH fordert von den Kühlgeräteherstellern, geeignete Entsorgungsstandards vorzugeben und deren Umsetzung zu kontrollieren. Hierfür sind regelmäßige Audits, Dokumentationspflichten und unangekündigte Prüfungen vor Ort zwingend erforderlich. Eine geeignete Norm wäre beispielsweise die Norm EN 50574.

Weil die Geschäftsführer festlegen, was in der Verantwortlichkeit ihres Unternehmens geschieht, hat die DUH den Spitzenvertretern der großen deutschen Kühlgerätehersteller ihren geschätzten persönlichen Beitrag zum Klimawandel zugeordnet. "Während die Staatschefs in Paris über die Eindämmung des Klimawandels verhandeln und sich die deutsche Industrie als nachhaltig feiert, heizen die Kühlschrankhersteller ungebremst das Klima an. Bosch, Miele oder Liebherr lassen die unseriös arbeitenden und von ihnen beauftragten Recyclingunternehmen seit vielen Jahren wissentlich gewähren. Deshalb tragen sie die alleinige Verantwortung für Klimagasemissionen von umgerechnet einer Million Tonnen Kohlendioxid", kritisiert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Nach Schätzung der DUH gehen aufgrund unsachgemäßen Kühlgeräterecyclings jährlich bis zu 200.000 Tonnen vermeidbare CO2-Äquivalente auf das Konto von Karsten Ottenberg, Geschäftsführer der BSH Hausgeräte GmbH. Jens Christoph Bidlingmaier, Geschäftsführer der Bauknecht Hausgeräte GmbH, ist pro Jahr für bis zu 150.000 Tonnen und Gerd Holl sowie Birgit Pohl, als leitende Funktionäre der Elektrolux Hausgeräte GmbH, für bis zu 140.000 Tonnen vermeidbare CO2-Äquivalente verantwortlich. Andreas Böhm und Kristian Koch, Geschäftsführer Liebherr-International Deutschland GmbH, müssen sich für eine vermeidbare Klimabelastung von bis zu 100.000 Tonnen CO2-Äquivalente und Markus Miele sowie Johann Zinkann, von der Miele & Cie. KG, für bis zu 80.000 Tonnen CO2-Äquivalente verantworten.

"In ihren Nachhaltigkeitsberichten brüsten sich die Kühlgerätehersteller mit dem Umweltengagement ihrer Firmen. Mit der Realität hat das wenig zu tun, denn die Entsorgungspraxis in Deutschland gehört zur schlechtesten in ganz Europa. Die deutschen Hersteller und Recycler von Kühlschränken haben scheinbar kein Interesse an einer guten Entsorgung nach dem Stand der Technik", kritisiert der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Eine Übersicht zur vermeidbaren Belastung des Klimas durch die fünf größten deutschen Kühlgerätehersteller und über die Verantwortung von deren Geschäftsführern finden Sie unter http://l.duh.de/jm7pw.

Pressekontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
Tel.: 030 2400867-43, Mobil: 0151 18256692, E-Mail: fischer@duh.de

Daniel Hufeisen, Pressesprecher
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: hufeisen@duh.de

DUH im Internet: www.duh.de, Twitter: https://twitter.com/Umwelthilfe

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