Deutsche Umwelthilfe e.V.

Landesregierung will Mehrwegquote von 72 auf 63 Prozent absenken - Einweglobby diktiert Umweltpolitik von BaWü
"Dosenminister" Müller spricht mit ALDI, nicht mit den Umweltverbänden und dem Getränkefachhandel

    Radolfzell, Stuttgart (ots) - "Im Stuttgarter Umweltministerium
wird die Abfallpolitik durch die Dosenlobby bestimmt. Innerhalb von
nur sechs Monaten legt Umweltminister Müller nun seine dritte und
gleichzeitig dosenfreundlichste Fassung zur Novelle der
Verpackungsverordnung vor. Er hat auch "gute Berater": BDI und Aldi
gehen im Umweltministerium ein und aus, für Umweltverbände hat er
dagegen keine Zeit", so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der
Deutschen Umwelthilfe e.V. "Müller im freien Fall", so Resch, "Ende
2000 trat Müller für eine Mehrwegquote von 72 Prozent ein, am 11. Mai
2001 für 66% und am 5. Juni 2001 genügen ihm ganze 63 Prozent. Wir
sind gespannt auf seinen nächsten Vorschlag!"
    
    "Mit der Absenkung um faktisch neun Prozent gegenüber der derzeit
gültigen Verpackungsverordnung unterstützt Müller die auf Dosen
setzenden Billigst-Verbrauchermärkte und Großbrauereien. Auf der
Strecke bleiben die auf Mehrweg setzenden vielen hundert
mittelständischen Brauereien, Mineralbrunnen und der
Getränkefachhandel", so Günther Guder, Geschäftsführender Vorstand
des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels.
    
    Als besondere Leistung verweist Müller auf die Erhöhung der
Verwertungsraten für alle gebrauchten Verkaufsverpackungen um 5 bis
10 Prozent. Damit schreibt er aber nur die Quoten fest, die das
Dualen System (DSD) bereits heute erbringt. "Mit diesen Quoten verrät
Müller, wer ihm die Feder geführt hat", so Resch.
    
    Überraschend kommt die Kehrtwende von Baden-Württemberg nicht.
Seit Monaten bemühen sich der Bundesverband des deutschen
Getränkefachgroß- und Getränkeeinzelhandel sowie die Deutsche
Umwelthilfe e.V. um einen Gesprächstermin bei Umweltminister Müller.
Schreiben an ihn und an den Ministerpräsidenten Erwin Teufel blieben
unbeantwortet. Gleichzeitig fand die Regierung ausreichend Zeit, sich
beispielsweise mit Vertretern von ALDI sowie den Spitzen des
Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) zu treffen.
    
    "Ulrich Müller sollte sich bei seinen Bürgermeistern erkundigen,
welche zunehmenden Probleme sie mit der Vermüllung unserer
Landschaft, Innenstädte und Wälder haben.
    
    25 Prozent aller Landschaftsabfälle sind Dosen und
Einwegflaschen", so Resch. Der Vorschlag der Industrie, mit einem
jährlichen Betrag von 250 Mio. DM die Landschaft vom Müll zu reinigen
sei, so Guder, "eine Aufforderung zur Entsorgung des Sperrmülls in
Wald und Flur. Zudem habe das Bundeskartellamt angekündigt, diese
Zahlung als Kartellabsprache zu werten und zu verbieten."
    
    
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Fax.: 07732/9995-77,
Email: info@duh.de

Günther Guder,
Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V.
Humboldtstr. 7,
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