Deutsche Umwelthilfe e.V.

Deutsche Umwelthilfe: ökologische Reifenkennzeichnung konsequent kontrollieren

Berlin (ots) - Pressemitteilung

Umwelt- und Verbraucherorganisation besorgt über fehlende Bereitschaft zuständiger Vollzugsbehörden zur Durchsetzung neuer, EU-weit verbindlicher Reifenkriterien - Flächendeckender Einsatz von Reifen mit optimiertem Rollwiderstand kann jährlich bis zu sieben Millionen Tonnen des Klimagases CO2 einsparen - Bundesländer müssen korrekte Reifenkennzeichnung sicherstellen - DUH kündigt eigene Kontrollen an und richtet ein internet-basiertes Informationsangebot ein

Die im vergangenen Jahr auf EU-Ebene verabschiedeten neuen Sicherheits- und ökologischen Kennzeichnungsregeln für Autoreifen drohen in Deutschland ins Leere zu laufen. Verantwortlich sind nach einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) die Bundesländer, die trotz ihrer Zuständigkeit bisher nicht bereit sind, die korrekte Umsetzung und Einhaltung dieser für den Klimaschutz wichtigen Regelung durch Kontrollen sicherzustellen. Darauf hat die DUH zum Start der internationalen Reifenmesse in Essen hingewiesen und gleichzeitig Bundesregierung und Länderbehörden aufgefordert, entsprechend aktiv zu werden.

"Der Verbraucher hat ein Recht zu erfahren, welche Reifen besonders rollwiderstandsarm und damit klimafreundlich sind. Durch eine konsequente Verwendung optimierter Reifen lassen sich die verkehrsbedingten CO2-Emissionen jährlich um bis zu sieben Millionen Tonnen reduzieren", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Es genüge nicht, "mit spitzen Fingern EU-Umweltnormen in nationales Recht umzusetzen, auf eine Kontrolle hingegen zu verzichten". Andernfalls seien Betrügereien durch Nicht- oder Falschkennzeichnung programmiert.

Spätestens ab dem 1. November 2012 müssen Reifenhersteller

- den Rollwiderstand, der sich auf Spritverbrauch und CO2-Emissionen
  auswirkt,
- die Nasshaftung, ein Maß für die Bremswirkung auf nasser Fahrbahn 
  sowie
- die Rollgeräusche aller Reifen außerhalb der Fahrzeuge 

verpflichtend mit einem Label kennzeichnen. Das Reifenlabel wird eine Klassifizierung beginnend mit der besten (grüne Kategorie "A") bis zur schlechtesten Leistung (rote Kategorie "G") verwenden. So sollen Auto- und Reifenkäufern Orientierungshilfen beim Kauf gegeben und letztlich die Lärm- und CO2-Emissionen von PKW reduziert werden. Weil für Reifen mit guten Label-Bewertungen im Bereich Kraftstoffeffizienz und Lärm Wettbewerbsvorteile erwartet werden, warnt die DUH vor möglichem Missbrauch. "Das Bundeswirtschaftministerium ist für die korrekte Umsetzung dieser Klimaschutzmaßnahme, die dem Verbraucher zudem Geld spart, verantwortlich. Wenn sich die Bundesländer weigern, die Einhaltung dieser wichtigen Verbraucherschutzregelung zu kontrollieren, muss Minister Brüderle tätig werden", so Resch.

Die DUH forderte die Reifenhersteller auf, mit der Kennzeichnung, bereits in diesem Jahr auf freiwilliger Basis zu beginnen und nicht erst zum Stichtag am 1. November 2012. Konzeptionell lehnt sich die Kennzeichnung an die von Haushaltsgroßgeräten aber auch Lampen bekannten, farblich dargestellten Energieeffizienzstufen an. Sie soll dem Kunden anhand einer entsprechenden Bewertung der drei genannten Parameter die Möglichkeit eröffnen, sich bewusst für besonders umweltfreundliche Produkte zu entscheiden.

Zur Information potenzieller Reifenkäufer hat die DUH unter http://www.duh.de/2614.html eine eigene Internet-Seite eingerichtet, um die Verbraucher über Reifencharakteristika, die Inhalte des neuen Labels und seine korrekte Nutzung zu informieren.

Pressekontakt:

Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe e. V. Bundesgeschäftsführer,
Hackescher Markt 4, 10178 Berlin; Mobil: 0171 3649170, resch@duh.de

Dr. Gerd Rosenkranz, Leiter Politik & Presse, Deutsche Umwelthilfe
e.V., Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: 030 2400867-0, Mobil:
0171 5660577, rosenkranz@duh.de

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Deutsche Umwelthilfe e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: