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Kohlekraftwerk Moorburg: weder wirtschaftlich sinnvoll noch ökologisch vertretbar
Verbraucher müssen die notwendigen Antworten geben

Hamburg (ots) - Zu der heute erwarteten Genehmigung für das 1.600 Megawatt Kohlekraftwerk von Vattenfall in Hamburg-Moorburg nimmt der bundesweit tätige Hamburger Ökostrom- und Gasanbieter LichtBlick wie folgt Stellung:

   - Das Kraftwerk Moorburg ist kein Kraftwerk für Hamburg, sondern 
ein Kraftwerk für Vattenfall. Es ist ausschließlich auf die 
Maximierung der Stromerzeugung für Vattenfall ausgelegt und nicht an 
den Bedürfnissen der Stadt Hamburg orientiert. Das Fernwärmenetz in 
Hamburg erfordert lediglich eine zusätzliche thermische Leistung von 
400 Megawatt. Das von Vattenfall geplante Kraftwerk Moorburg wird 
eine thermische Leistung von über 3.000 Megawatt aufweisen. Damit 
ist das Kraftwerk achtfach überdimensioniert und am Wärmebedarf der 
Stadt Hamburg vorbei geplant. Ein an den Hamburger Fernwärmebedarf 
angepasstes Kraftwerk hätte eine elektrische Leistung von ca. 600 
Megawatt und einen deutlich höheren Gesamtwirkungsgrad. 
   - Die in die Diskussion gebrachte CCS-(Carbon Capture and 
Storage)-Technologie zur Abscheidung der klimaunverträglichen 
Emissionen von Kohlendioxid (CO2) soll frühestens in 20 Jahren, also 
um 2030 herum, zur Verfügung stehen. Ihren großtechnischen Einsatz 
und ihren wirtschaftlichen Betrieb kann heute niemand garantieren. 
Eine gerade veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung McKinsey 
prognostiziert Kosten der CCS-Technologie in Höhe von 60 bis 90 Euro 
pro Tonne abgeschiedenes CO2. Die Emission einer Tonne CO2 kostet 
heute aber nur rund 25 Euro pro Tonne. Die jetzt von Vattenfall-Chef 
Lars Josefsson geforderte staatliche Förderung in Höhe von 10 
Milliarden Euro (!) soll diese enorme Lücke offenbar schließen 
helfen. 
   - Der Vorschlag von Vattenfall, Teile des Kraftwerks so zu 
betreiben, dass es die Emissionen eines Gaskraftwerks nicht 
übersteigt und erst mit Einsatz der CCS-Technologie auf Volllast 
hochzufahren, ist Augenwischerei. Eine solche "Zusage" an die 
bestehende schwarz-grüne Landesregierung in Hamburg hat maximal bis 
zur nächsten Landtagswahl Bestand. Bis dahin ist das Kraftwerk 
allerdings noch nicht einmal fertig gestellt. Sie ist rechtlich 
wertlos und müsste nach der Wahl neu verhandelt werden. Vattenfall 
wird dann nichts mehr davon wissen wollen, denn eine 
Milliardeninvestition muss nach Fertigstellung durch entsprechende 
Stromerzeugung refinanziert werden. Ebenso wenig glaubwürdig wäre 
eine Ankündigung, einen Porsche dauerhaft nur mit 50 
Stundenkilometern fahren zu wollen. 
   - Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme von Moorburg wird es keine 
kostenlose Vergabe von CO2-Zertifikaten mehr geben. Jede Tonne CO2 
wird ab dem Jahre 2013 Geld kosten. Da Kohle rund doppelt so hohe 
CO2-Emissionen aufweist wie Erdgas, werden Erdgas-Kraftwerke ab 2013 
wirtschaftlich voll wettbewerbsfähig oder sogar überlegen sein. Aus 
diesem Grund erfolgen derzeit mehr als die Hälfte aller in Europa 
getätigten Kraftwerksinvestitionen in Erdgaskraftwerke (insgesamt 
98.000 Megawatt Erdgaskraftwerke, Quelle: trendresearch 9/2008). Den 
Wettbewerbsnachteil ihres Kohlekraftwerks Moorburg gegenüber einer 
Erzeugung auf Erdgasbasis wird Vattenfall letztlich auf die 
Stromkosten ihrer Kunden umlegen und sich so zurückholen müssen. 
   - Das Festhalten von Vattenfall an einem weder wirtschaftlich 
sinnvollen noch ökologisch vertretbaren Projekt wie Moorburg kann nur
mit einem massiven Kundenwechsel beantwortet werden. Wer nach der für
heute erwarteten Genehmigung noch etwas gegen Moorburg und die nicht 
mehr zeitgemäße Energiestrategie von Vattenfall tun will, muss seinen
Stromanbieter wechseln. Die Stromkunden müssen die Antwort geben, 
wenn die Politik ein Kraftwerk wie Moorburg nicht verhindern kann. 

LichtBlick ist mit 420.000 Haushalts- und 10.000 Firmenkunden der größte Ökostromanbieter in Deutschland. Im Oktober 2007 ist LichtBlick auch erfolgreich in den Gasmarkt eingestiegen und versorgt mittlerweile in 13 Bundesländern über 20.000 Gaskunden. In seiner Firmenzentrale in Hamburg St. Pauli beschäftigt das 1998 gegründete Unternehmen inzwischen 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Rahmen der schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen hatte LichtBlick eine hocheffiziente, umweltfreundliche Kraftwerksalternative auf Basis von Erdgas in die politische Diskussion eingebracht.

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