"Ein Maßanzug, das sind 3000 Stiche und 162 Arbeitsschritte"
AD-Interview mit Umberto Angeloni, Chef der italienischen Maßschneiderei Brioni
München (ots) - Kofi Annan, Prinz Andrew und Richard Gere
tragen Brioni, ebenso Kanzler Gerhard Schröder. Clark Gable und John
Wayne waren Kunden. In der aktuellen AD Architectural Digest verrät
Umberto Angeloni, Chef der Mailänder Maßschneiderei, was seine
Elite-Kundschaft und Elite-Anzüge ausmachen: "Unsere Kunden sind
keine Männer wie viele andere. Nur einer von zehntausend lässt sich
einen echten Maßanzug machen. Mitunter denke ich, sie sind sogar
biologisch anders, als hätten sie ein Luxus-Gen. Wahrscheinlich ist
bei ihnen die fürs Kreative zuständige Gehirnhälfte aktiver."
Wenn Maß genommen ist, müssen diese Männer zwei Monate auf ihren
Anzug warten: "Bis auf die Nähte an den Hosenbeinen wird alles
handgenäht; das sind ungefähr 3000 Stiche und 162 einzelne
Arbeitsschritte." Danach wird immer wieder gebügelt: "Während ein
Anzug entsteht, greift der Schneider etwa 180-mal zum Bügeleisen", so
Umberto Angeloni.
Brioni erfüllt dabei auch außergewöhnliche Wünsche. Mit einem
Seitenhieb auf das Verhältnis von Stil und Politik sagt Angeloni:
"Für einen Truppenbesuch im Kosovo ließ sich der UN-Generalsekretär
eine Art Safarijacke machen. Seine Rede vor den Soldaten hielt er
dennoch im Anzug mit Krawatte, als Zeichen des Respekts. Anders Tony
Blair, der sich ohne Schlips und mit hochgerollten Hemdsärmeln bei
den Soldaten anbiederte. Ich muss Ihnen nicht sagen, wer von beiden
der Gentleman ist."
ots Originaltext: AD Architectural Digest
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