Plutonium-Klau: Kripo denkt an Mordversuch

    Hamburg (ots) - Der Plutoniums-Diebstahl in der Karlsruher Wiederaufbereitungsanlage (WAK) wird offenbar immer mehr zu einem dramatischen Krimi. Wie stern.de berichtet, ziehen die Ermittler inzwischen in Erwägung, dass der 47-jährige Plutoniums-Schmuggler aus dem pfälzischen Eschbach mit dem hochgiftigen radioaktiven Material seine Lebensgefährtin umbringen wollte. Einer der Anhaltspunkte dafür sei, dass die 51-jährige Frau aus Landau, die mindestens zehn Mal so stark verseucht sei wie der Mann, giftige Substanzen wie Cäsium 137 über den Magen aufgenommen habe. Er selbst habe Plutonium, das er in seiner Wohnung monatelang versteckt hielt, nur inhaliert. Nach Informationen der Online-Ausgabe des Magazins stern aus rheinland-pfälzischen Behördenkreisen werde nicht ausgeschlossen, dass der 47-jährige Portugiese mit deutschem Pass der Frau von dem gefährlichen Stoff etwas ins Essen getan habe. Wie stern.de weiter berichtet, sagte eine Zeugin aus dem privaten Umfeld des Plutoniums-Diebs aus, der Mann könnte das Nuklearmaterial an sich gebracht haben, um gegen die Freundin "etwas zu tun", falls sie ihn verlasse. Er habe wiederholt heftigen Streit mit der 51-Jährigen gehabt. Deren 17-jährige Tochter habe sogar ausgesagt, der Mann habe ihre Mutter verbal massiv bedroht. Die 51-Jährige, gegen die auch ermittelt wird, habe stern.de gegenüber zu verstehen gegeben, sie habe Angst vor dem in Untersuchungshaft sitzenden Mann.          Die Ermittler konnten dessen Wohnung noch nicht durchsuchen, weil sie hochgradig verstrahlt sei, so stern.de weiter. Die Radioaktivität in der Raumluft müsse erst durch Filtrierung reduziert werden. Geplant sei, dass durch Schutzanzüge gesicherte Beamte in den nächsten Wochen über angebrachte Sicherheitsschleusen die Wohnung betreten und mit Videokameras in den Räumen filmen. Einen solchen "atomaren" Einsatz der Kripo habe es in Deutschland noch nicht gegeben.          Unterdessen sollen die Sicherheitsmängel an der WAK Karlsuhe noch eklatanter sein als bisher angenommen: Ein Torbereich sei bisher von 17 Uhr an entweder gar nicht oder nur von einer Person bewacht worden, so stern.de. Zudem sei der Sicherheitszaun an diesem Tor 7 so niedergetrampelt, dass man dort mühelos das Gelände verlassen könne. "Da hätte man auch größere Gegenstände rausschmuggeln können", zitiert stern.de einen WAK-Insider.     

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