BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie

Karnevalszeit: Vorsicht mit Arzneimitteln

Berlin (ots) - Drink doch ene met! Das lässt sich der Kölner Jeck für gewöhnlich nicht zweimal sagen. Schließlich gehören Kölsch, Liköre und Hochprozentiges für viele Narren in der Domstadt genauso zum Karneval wie Alaaf, Kamelle und Bützchen. Aber auch in den anderen Karnevalshochburgen wird tüchtig auf die fünfte Jahreszeit angestoßen. Wer jedoch während der tollen Tage Arzneimittel einnehmen muss, sollte die Finger lieber ganz von alkoholischen Getränken lassen: "Alkohol und Medikamente können eine fatale Mischung ergeben", warnt Thomas Brückner, Apotheker und Leiter Pharmazie beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). "Zum Beispiel kann sich die Wirkung bestimmter Arzneimittel durch Alkohol so verändern, dass Herzrasen, Schwindel und Übelkeit auftreten. Bei Blutdrucksenkern kann der Blutdruck plötzlich abfallen. Deshalb mein Rat an arzneibedürftige Karnevalisten: Trink doch lieber keine mit! Insbesondere sollte man Tabletten, auch einfache Kopfschmerzmittel, nie mit alkoholischen Getränken sondern immer nur zusammen mit Wasser herunterschlucken", so Brückner. "Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Medikamente entweder zu stark, nur sehr schwach oder gar nicht mehr wirken. Nicht zuletzt können Arzneimittel auch den Abbau des Alkohols im Körper hemmen und dadurch seine Wirkung steigern. Fragen Sie zu möglichen Wechselwirkungen unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker."

Neben Alkoholischem sind aber noch andere Getränke bei der Tabletteneinnahme tabu. Dazu gehört unter anderem auch das Lieblingsgetränk der Deutschen, der Kaffee. Dieser enthält in der Regel Koffein und hat bekanntlich belebende Eigenschaften, die mit der Einnahme bestimmter Medikamente verstärkt werden können. Besonders deutlich wird dieser Effekt bei Antibiotika gegen Harnweginfektionen, den sogenannten Gyrasehemmern. Nimmt man sie mit koffeinhaltigen Getränken zu sich, dann wird nicht nur das Enzym Gyrase gehemmt, sondern auch der Abbau des Koffeins blockiert. Als Folge können Unruhezustände und Herzrasen auftreten. Und wie verhält es sich mit Milch als Begleiter von Arzneimitteln? "Selbst diesen sonst so gesunden Calciumspender kann ich nicht uneingeschränkt empfehlen", betont Thomas Brückner. "Calcium kann mit bestimmten Wirkstoffen, z. B. in manchen Antibiotika, eine schwer lösliche Verbindung eingehen und so deren Aufnahme in den Körper erschweren oder gar unmöglich machen. Fest steht: Es gibt für die Tabletten keinen besseren Einnahmehelfer als stilles, kaltes Wasser, am besten zwei Gläser direkt nacheinander", so der Experte.

HINWEIS: Die hier genannten allgemeinen Ratschläge bieten keine Grundlage zur medizinischen Selbstdiagnose oder -behandlung. Sie können keinen Arztbesuch ersetzen.

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Andreas Aumann, Tel. 030/27909-123, aaumann@bpi.de

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